SONATE

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SONATE ist der jüngste und größte universitäre Experimental-Satellit in Bayern, entwickelt von Forschern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg..

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Name ist eine Verkürzung für „Solutus Nano Satellite“.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach über drei Jahren Vorbereitungszeit startete der Satellit am 5. Juli 2019 vom russischen Weltraumbahnhof in Wostotschny ins All. Hinter Sonate stecken Prof. Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik und sein Projektleiter Oleksii Balagurin.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Satellit hat etwa die Größe eines Schuhkartons, ist rund 31 Zentimeter lang und hat ein Gewicht von 4,2 Kilogramm. Er enthält unter anderem neun leistungsfähige Bordrechner, die die Autonomie und den sicheren Betrieb gewährleisten sollen. Dabei sind die meisten Systeme, wie in der Raumfahrttechnik üblich, redundant vorhanden; das heißt, sie sind doppelt ausgeführt.

Die wichtigste Hauptnutzlast des Satelliten ist eine intelligente Kamera (ASAP-L). Sie soll selbstständig kurzzeitige Leuchterscheinungen in der Atmosphäre und im erdnahen Weltraum aufspüren. Dazu zählen zum Beispiel Meteore oder Weltraumschrott, welcher in der Atmosphäre verglüht oder auch sogenannte „Sprites“ oder „Blue Jets“, spektakuläre Blitze, die nach oben schießen und bis zu 100 Kilometer in Richtung All ausschlagen können. Mit einem künftigen Software-Update soll die Kamera dann eigenständig entscheiden können, ob sie solche Phänomene nur einmal ablichtet oder gar verfolgt und mehrmals fotografiert.

Die zweite Hauptnutzlast (ADIA-L) von SONATE ist ein neues autonomes Diagnosesystem für Satelliten, das bei einem Fehler die Ursache bereits alleine an Bord ermitteln soll, um dadurch am Boden wertvolle Zeit für Korrekturmaßnahmen zu sparen. Weitere Technologien an Bord sind neue Sternsensoren, welche die Lage des Satelliten im All präzise erkennen. Hinzu kommen neue, miniaturisierte Reaktionsräder, quasi die Bewegungsmotoren des Satelliten für die Ausrichtung im Weltraum, und ein Sender für Amateurfunkverbindungen.

Forschungsauftrag und Zielsetzung[Bearbeiten]

Von seinem Missionskontrollzentrum am Campus Hubland Nord aus, soll er die neueste Technik, die an der Universität Würzburg entwickelt wurde, im All ausprobieren. Die aktuelle SONATE-Mission ist für die Dauer von einem Jahr ausgelegt. Anschließend wird der Satellit im All verbleiben und von der Universität als Lernobjekt genutzt werden. Im Fach „Raumfahrtbetrieb“ werden Studierende dann die Möglichkeit haben, direkt mit dem Satelliten zu arbeiten. Sie können lernen, wie man Satelliten kommandiert oder ihre Daten empfängt und sammelt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]