Süßkind von Trimberg

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Süßkind von Trimberg in Köln

Süßkind von Trimberg (* um 1230 in Trimberg Gem. Elfershausen; † um 1300 in Schlüchtern[1]) war jüdischer Minnesänger im 13. Jahrhundert.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach den Angaben der bedeutendsten deutschen Liederhandschrift des Hochmittelalters, der Manessischen Liederhandschrift (Codex Manesse) war Trimberg an der Fränkischen Saale der Geburts- und Heimatort des Minnesängers. Nicht belegbar ist, ob Süßkind von Trimberg in Würzburg ein Grundstück neben dem Dietrichspital erwarb und einige Jahre als Arzt im Hospital wirkte. Biographische Spuren sind von ihm kaum erhalten, ein Aufenthalt am Hofe des Bischofs von Würzburg wird vermutet.

Literarisches Werk[Bearbeiten]

Süßkind von Trimberg ist in der Geschichte der deutschen Dichtung des Mittelalters der einzig bezeugte jüdische Autor. Die von ihm überlieferten Gedichte sind in die zweite Hälfte des 13. oder in das frühe 14. Jahrhundert zu datieren. Süßkinds Werk verbindet die Tradition der moralischen und gesellschaftspolitischen Dichtung, wie sie Walther von der Vogelweide beherrschte, mit Motiven aus der jüdischen Tradition.

Süßkind in der Literatur[Bearbeiten]

Im Roman Süsskind von Trimberg (1972; 1981) des österreichischen Dichters Friedrich Torberg (1908-1979) erlebt der Spruchdichter der Manessischen Liederhandschrift, als Jude in einer Welt der Nichtjuden, eine wahre Renaissance und wird für den interessierten Leser trotz fehlender Fakten greifbar. Im Codex Manesse ist zu erkennen, wie ein vornehmer Jude (sichtbar durch den spitzen, gelben „Judenhut“) vor einem thronenden Amtsträger mit Bischofsstab und Bundhut parliert, rezitiert oder intoniert. Es handelt sich um Süßkind, den Juden von Trimberg. Nach neueren Erkenntnissen könnte es sich um eine Szene in Köln handeln, seinerzeit eines der großen Judenzentren am Rhein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut Memorbuch der jüdischen Gemeinde Schlüchtern

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Roethe: „Süßkind von Trimberg“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1894), S. 334-336
  • Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band 31, Spalte 1360 bis 1364
  • Michael Kämmle (Hrsg.), Lexikon Fränkischer Musiker, Nürnberg, 2012, S. 46.

Quellen[Bearbeiten]