Magdalenenhochwasser

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Höchststand des Maines am Magdalenentag 21. Juli 1342
Hochwassermarken am Grafeneckart

Das Magdalenenhochwasser war eine Überschwemmungskatastrophe, die im Juli 1342 das Umland zahlreicher Flüsse Mitteleuropas, so auch des Mains, heimsuchte. Die Bezeichnung geht auf die damals übliche Benennung der Tage nach dem Heiligenkalender zurück, hier auf den St.-Magdalenentag am 22. Juli. Bei diesem Ereignis wurde auch am Main der höchste jemals registrierte Wasserstand erreicht.

Ursache[Bearbeiten]

Bemerkenswert ist, dass es sich um ein „Sommerhochwasser“ handelte, während fast alle großen Hochwasser am Main in die „besonders Hochwasser gefährdete Zeit vom 1. November bis 30. April“ fallen, also sogenannte „Winterhochwasser“ sind.

Die Winterzeit ist durch frostbedingte Bodenversiegelung und tauwasserbedingte Abflussverschärfung „anfälliger“ für Hochwasser, da große Abflüsse bewältigt werden müssen. Die Wasserstände wurden - vor dem Ausbau des Maines - oft zusätzlich durch Eisgang verschärft. Daher ereignen sich Hochwassersituationen am Main meist im Winter; trotz der größeren Niederschläge im Sommer. [1]

Mehrtägige extrem heftige Niederschläge im Zeitraum 19. bis 25. Juli 1342 (also um den 22. Juli = Tag der heiligen Maria Magdalena) sind als hochwasserauslösendes Ereignis anzusehen. Sie traten im Westen Deutschlands im Anschluss an eine sommerliche Trockenperiode auf. Als Großwetterlagen werden „Tief Mitteleuropa“ oder „Trog Mitteleuropa“ mit Vb-ähnlichen Wetterlagen bzw. quasistationärer Kaltfront oder zyklonale Westlage/Südwestlage über Mitteleuropa oder „Trog Westeuropa“ diskutiert. Das Zentrum des Niederschlagsgebiets befand sich offensichtlich im Einzugsgebiet des Mains, aber auch die Flussgebiete der Weser, Elbe und Donau waren betroffen.

Ablauf des Hochwassers[Bearbeiten]

Die extremen Niederschläge ließen in Ober- und Mittelfranken eine Flutwelle entstehen, die sich entlang des Mains fortpflanzte und am 21. Juli den Rhein erreichte. Für den Main war es das stärkste bisher bekannte Hochwasser, wie es sich an den Hochwassermarken in Würzburg und Frankfurt zeigt. Im Bereich des heutigen Pegels Kleinheubach (zwischen Würzburg und Frankfurt) wird ein Spitzenabfluss des Mains von ca. 3500 m³/s angenommen, nach anderen Schätzungen auch erheblich höher.

Der Main dürfte beim Hochwasser 1342 durch den Einsturz der Alten Mainbrücke noch um bis zu 0,5 m aufgestaut worden sein. [1]

Schadensbilanz[Bearbeiten]

Das Magdalenenhochwasser 1342 ist die herausragende historisch belegte Überschwemmungskatastrophe in Mitteleuropa, bei der zahlreiche Menschen ihr Leben verloren. Auf einer Gedenktafel in Würzburg wurde das Hochwasser 1342 folgendermaßen geschildert:

Im Jahre des Herrn 1342 [...] schwoll der Main so stark an wie nie zuvor, daß er oberhalb der Stufen des Würzburger Doms und darüber hinaus die ersten steinernen Statuen umspülte. Die Brücke mit ihren Türmen, die Mauern und viele steinerne Häuser in Würzburg stürzten zusammen. [...] [1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Seite des Umweltamtes Würzburg zum Hochwasser von 1342 [1]

Quellen[Bearbeiten]

  • M. Bauch (2014): Die Magdalenenflut 1342 - ein unterschätztes Jahrtausendereignis? In: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte [2]
  • G. Tetzlaff, M. Börngen, M. Mudelsee und A. Raabe (2002): Das Jahrtausendhochwasser von 1342 am Main aus meteorologisch-hydrologischer Sicht. - Wasser & Boden 54 (10): 41-49, Berlin [3]