Synagoge in Unteraltertheim

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Ehemalige Synagoge

Die Synagoge in Unteraltertheim wurde nach einem Brand Mitte des 19. Jahrhunderts neu errichtet. Das Gebäude existiert noch und befindet sich gegenwärtig in Privatbesitz.

Jüdische Gemeinde Unteraltertheim

In Unteraltertheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Im Fürstlich Castell'schen Archiv finden sich Akten und Urkunden zur Geschichte der Juden aus Unteraltertheim ab 1683. An Einrichtungen der jüdischen Gemeinde waren eine Synagoge, eine jüdische Schule und eine Mikwe vorhanden.

Geschichte der Synagoge

Die jüdische Gemeinde besaß zunächst eine, vermutlich noch aus dem 18. Jahrhundert stammende Synagoge. Diese wurde Opfer eines furchtbaren Brandunglücks im Herbst 1838, durch das 60 Gebäude des Dorfes, darunter auch die Synagoge abgebrannt sind. 1840 bis 1841 konnte eine neue Synagoge erstellt werden. Im Gebäude befanden sich auch Klassenräume und die Mikwe. Fast 100 Jahre war diese Synagoge religiöser Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde am Ort. Sie hat ein charakteristisches Halbwalmdach und Lunettenfenster im Obergeschoss.

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge von SA-Leuten völlig zerstört. Die Aktionen geschahen in Unteraltertheim erst in der Nacht zum 11. November 1938. Einige der noch am Ort lebenden jüdischen Personen hatten drei Torarollen, Gebetbücher und einige andere Ritualien aus der Synagoge herausnehmen können. Die SA-Leuten zerrissen jedoch die beiden verbliebenen Torarollen und stahlen den Silberschmuck der Torarollen. Die durch die Schändung unbrauchbaren Ritualien wurden der Nachbargemeinde Oberaltertheim übergeben, wo sie im August 1939, entsprechend den Vorschriften der Halacha, im Garten einer jüdischen Familie beigesetzt wurden. Das Synagogengebäude blieb auch nach 1945 erhalten. [1]

Baubeschreibung

Die ehemalige Synagoge ist ein eineinhalbgeschossiger, giebelständiger Halbwalmdachbau mit Lunettenfenstern [2] im Obergeschoss in verputzter Massivbauweise aus dem Jahr 1841.

Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg

Das Synagogengebäude blieb, zumindest äußerlich, erhalten und kam in den Besitz der politischen Gemeinde. Einige Zeit später wurde es von der Genossenschaft übernommen und als Lagerhaus verwendet. Die Eingangstür wurde verändert sowie ein Rampe angebaut, als das Gebäude für die Lagerung von Kunstdünger verwendet wurde. Inzwischen ist das Gebäude in Privatbesitz, diente als Lagerhaus einer örtlichen Maler- und Verputzerfirma und wurde vor einigen Jahren renoviert. Es steht unter Denkmalschutz.

Standort

Synagoge Unteraltertheim
Brunnenstraße 13
97237 Unteraltertheim

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 112
  2. Lunettenfenster bzw. Lünettenfenster sind halbkreisförmige Fenster. Die Bezeichnung kommt aus dem Französischen lunette, Verkleinerungsform zu Mond (Möndchen).

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