Die Gezeichneten

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Die Gezeichneten (The Search) ist ein semidokumentarischer Film über das Schicksal vertriebener Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 23. März 1948 in den USA uraufgeführt, gelangte er erst 1961 in die deutschen Kinos. In Österreich wurde er hingegen bereits 1949 gezeigt.

Handlung[Bearbeiten]

Der verwahrloste Junge Karel, der während des Krieges im KZ Auschwitz von der Mutter getrennt wurde, wird nach Kriegsende von amerikanischen Soldaten aufgelesen und soll in ein Lager für elternlose Kinder transportiert werden. Unterwegs bekommen die Kinder im Innern der Wagen Angst und flüchten. Gemeinsam mit einem anderen Jungen springt er in einen Fluss und versucht, ihn zu durchschwimmen. Der eine Junge ertrinkt, von Karel wird nur seine Mütze gefunden.

Karel irrt durch die Trümmer einer stark zerstörten Stadt, als er auf den Soldaten Steve trifft, der ihm sein Sandwich schenkt. Steve nimmt den Zehnjährigen mit in sein Privatquartier, kümmert sich um ihn und versucht, die Mutter des Jungen ausfindig zu machen. Er befürchtet, dass Karels Mutter tot ist und versucht, dessen Vertrauen zu gewinnen. Anfangs sträubt sich Karel; jedoch kommen sich beide im Laufe der Zeit näher, und Steve entscheidet sich, den aufgeweckten Jungen mit nach Amerika zu nehmen und lehrt ihn die englische Sprache. Es gelingt ihm jedoch trotz der tätowierten Nummer auf dem Arm des Jungen nicht, herauszufinden, wie der Junge wirklich heißt noch welcher Muttersprache und Nationalität er ist.

Währenddessen sucht die Mutter nach ihrem vermissten Sohn. Ein erster Junge, den sie in einer kirchlichen Einrichtung unter dem Namen ihres Sohnes, Karel Malik, auffindet, stellt sich als fremdes Kind heraus, das den Namen im Lager aufgeschnappt hatte und ihn fortan benutzte, weil er nicht jüdisch klang. Als sie in einem anderen Sammelpunkt versprengter Kinder, einer Einrichtung von UNRRA, anhand der gefundenen Mütze vom vermeintlichen Tod ihres Sohnes erfährt, bricht sie zusammen. Die Mitarbeiter dort pflegen sie, und sie bleibt schließlich dort und kümmert sich fortan um die dortigen jüdischen Kinder, die auf eine Auswanderung nach Palästina vorbereitet werden.

Dorthin muss Steve Karel bringen, da ihm nicht gestattet wurde, den Jungen sofort mit in die Vereinigten Staaten mitnehmen zu können. Dort werden Mutter und Sohn wieder vereint.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Oscar für die „beste Originalgeschichte“ für Richard Schweizer und David Wechsler („Best Motion Picture Story“ – die Kategorie gibt es heute nicht mehr). Außerdem Spezialpreis („Juvenile Award“) für Ivan Jandl als „besten Kinderdarsteller“
  • Nominierungen für den Oscar in den Kategorien „bester Regisseur“, „bester Hauptdarsteller“ (Montgomery Clift) und „bestes Drehbuch“. (Richard Schweizer, David Wechsler)
  • 1950: United Nations Award der British Academy Film Awards

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Dies ist der erste Film mit Montgomery Clift, der veröffentlicht wurde. Clifts Vertrag erlaubte ihm, das Drehbuch nach seinen Vorstellungen umzugestalten, was er an vielen Stellen auch tat. Die Drehbuchautoren erhielten für ihre Arbeit den Oscar, ohne Erwähnung von Clifts Engagement.
  • Der Film entstand in Koproduktion zwischen der Schweizer Praesens-Film und der US-amerikanischen MGM (Metro-Goldwyn-Mayer) unter der Regie von Fred Zinnemann. Diese für die Schweizer Filmgeschichte außergewöhnliche und einmalige Zusammenarbeit mit einem der größten Filmproduzenten der Welt und einem renommierten Hollywood-Regisseur ergab sich durch den großen internationalen Erfolg eines der vorhergehenden Praesens-Filme, nämlich Die letzte Chance (1945) unter der Regie von Leopold Lindtberg, der auch in den Vereinigten Staaten auf reges Publikumsinteresse gestoßen war und somit Hollywood aufmerksam gemacht hatte.
  • Bei genauer Betrachtung kann man anhand der Gebäudereste und Türme erkennen, dass Teile des Filmes in den Ruinen von Nürnberg und Würzburg gedreht wurden.
  • Unter dem Titel The Search veröffentlichte Michel Hazanavicius 2014 eine Neuverfilmung, wobei die Geschichte in den Tschetschenien-Konflikt im Jahr 1999 verlegt wurde. [1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Schläger: Praesens-Film Zürich dreht Kinderfilm in Deutschland, in: Der Neue Film, Wiesbaden, Jg. 1, 7. September 1947

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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