TSV Erlabrunn 1874 e.V.

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Das Vereinsgelände aus der Vogelperspektive

Der TSV Erlabrunn ist ein Turn- und Sportverein in Erlabrunn, der 1874 gegründet wurde. Insgesamt gibt es sechs Abteilungen: Fußball, Tennis, Judo, Schach, Fasching und Turnen. Zu dem Verein gehören einige Sportplätze und eine Sportgaststätte. Um Geld aufzutreiben organisiert der Verein verschiedene Festlichkeiten, so die Weinbergswanderung und das Erlabrunner Sommernachstfest. Der Verein hat 635 Mitglieder und ist damit der größte Verein des Ortes (Stand: 2009). [1] Dem Verein gehören die Turnhalle Erlabrunn, das Sportgelände am Main sowie das dort befindliche Sportheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Jahr 1. Vorsitzender
1874 - 1900 Johann Herbert
1900 - 1921 Daniel Eckart
1921 - 1925 Konstantin Ullrich
1925 - 1927 Gregor Muth
1927 - 1935 Alfred Klüpfel
1946 - 1951 Oskar Eckert
1951 - 1953 Karl Beck
1953 - 1959 Otto Benkert
1959 - 1961 Hans Köbler
1962 - 1965 Rudolf Henneberger
1965 - 1968 Theo Schmitt
1968 - 1971 Wolfgang Serafin
1971 - 1974 Ludwig Endres

Erste Vereinstätigkeit[Bearbeiten]

Im Sommer 1874 wurde auf einer Versammlung die Gründung eines Turnvereins beschlossen. Organisiert wurde sie vom Oberlehrer Kirchner aus Karlstadt sowie Johann Herbert. Letzterer wurde auch zum 1. Vorsitzenden gewählt und hielt diese Position bis 1900 inne. Ziele waren die körperliche und geistige Erziehung der Jugend und die Unterhaltung der Gesellschaft durch Theateraufführungen und Tanzkränzchen. 1885 kauft der Verein von Philipp Muth dessen Grundstück (heutige Turnhalle) für 725 Goldmark und baut für die Schaffung eines Sportplatzes die Gebäude ab. Der Verkauf der Materialien brachte dem Verein wieder 498 Goldmark ein. Auf diesem Grundstück wurde 1887 dann Umkleidekabinen und eine überdachte Halle zur Lagerung von Turngeräten errichtet. Seit den 1880ern wird auch regelmäßig ein Gartenfest im Sommer gefeiert. 1897 wurde eine Gesangsabteilung gegründet, die sich 1906 als Gesangsverein Erlabrunn selbständig machten. 1899 wird das erste Mal eine Vereinsfahne erwähnt. Sie wurde in diesem Jahr laut einer Niederschrift des Kassier für 2,5 Goldmark versichert. Aufgrund eines Rechtsstreites um Eigentum des Sportplatzes wird der Verein 1900 gezwungen sich als Verein eintragen zu lassen. Seit dem 13. Februar 1900 ist der Turnverein damit ein beim Amtsgericht Würzburg eingetragener Verein (e.V.).

Während des ersten Weltkrieges müssen einige der Turner an der Front kämpfen, weshalb der Verein entscheidet, diesen ab und an „Liebesgabenpakete" [2] zukommen zu lassen. 1920 wird nach der Beendigung des Krieges damit begonnen neue Turnriegen aufzubauen. 1921 wird Konstantin Ullrich zum 1. Vorsitzender gewählt und damit Nachfolger von Daniel Eckart, der dem Verein 21 Jahre vor stand und nun zum Ehrenvorstand ernannt wurde.

1923 wurde dann der Arbeiterturn- und Sportverein Erlabrunn (ATV) gegründet. Somit hatte der kleine Ort zwei Sportvereine, welche aber keine Konkurrenten seien wollten. Vorsitzender des neu gegründeten Vereins war von 1923 bis 1933 Adam Grönert. In den darauf folgenden Jahren traten die beiden Erlabrunner Vereine bei mehreren Sportfesten als Konkurrenten an, teilten sich aber oft die Anreisekosten.

1931 wurde die erste Erlabrunner Fußballabteilung gegründet. Sie trat allerdings anfangs nur bei Freundschaftsspielen an und spielte um keine Meisterschaft mit. Nachdem 1933 der ATV durch einen Erlass des Dritten Reiches verboten wurde, verlor auch der TV seine Selbständigkeit und unterstand fortan dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen.

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wird 1946 die Turn- und Sportvereinigung Erlabrunn gegründet. Es ist der dritte Sportverein in Erlabrunn. Als erstes wird eine Fußballabteilung gegründet.

Vereinsgründung[Bearbeiten]

Der Zusammenschluss der drei Vereine fand am 18. Dezember 1949 unter dem Namen „Turn- und Sportverein 1874" statt. Vorsitzender wurde der bisherige Turn- und Sportvereinigungs-Vorsitzende Oskar Eckart auf Vorschlag der Vorsitzenden der beiden anderen Vereine. Die ersten Sportarten waren Turnen, Leichtathletik, Fußball, Gesang, Tischtennis, Frauenhandball und einer Theaterlaienpielgruppe. Am 24. April 1956 lässt sich der Verein ins Amtsregister eintragen und hat seitdem seinen heute noch gültigen Namen „TSV 1874 Erlabrunn e.V.“.

Am 6. Januar 1954 wurde beschlossen eine Turnhalle zu errichten. Der Rohbau sollte schon zum 80-jährigen Jubiläum im August des gleichen Jahres stehen. Die knappen Kassen machten es erforderlich, dass viele Freiwillige sich am Bau beteiligten. Der Bauplan stammte teils vom Architekten Günter Jacobs und Material (Hohlblocksteine) wurde kostenlos vom Betonwerk des ersten Vorsitzenden Otto Benkert bereitgestellt. Rechtzeitig am 31. Juli 1954 konnte Richtfest gefeiert werden. Die Einweihung erfolgte zwei Jahre später am 26. August 1956. Die Turnhalle wurde 1991 umfangreich renoviert. Dabei verschwand der Hof und der Dachraum. Die Halle dient dem Ort heute als allgemeiner Veranstaltungsraum, in dem neben Turnen und Gymnastik auch Prunksitzungen, Empfänge und Silvesterfeiern abgehalten werden. Aufgund finanzieller Engpässe und organisatorischen Problemen beschloss der Gemeinderat im Frühjahr 2009 den Verein beim Betrieb und Unterhalt zu unterstützen.

1978 wurde die Tennisabteilung und 1987 folgte die Faschingsabteilung. Letztere besitzt einen Frauenelferrat und kann bei seinen Prunksitzungen auf nahezu ausnahmslos Erlabrunner Garden, Gruppen und Redner zurückgreifen.

Sportplatz[Bearbeiten]

Der erste Sportplatz ab 1931 war ein Acker auf dem Volkenberg in der Nähe der Leinacher Straße. Da der Verein weiterhin keinen richtigen Sportplatz hatte, suchte man nach Lösungen. Die Turn- und Sportvereinigung kam 1947 mit der Stadt Würzburg überein, den Schutt und Trümmer zum Aufschütten von Abwässern in unmittelbarer Mainnähe zu nutzen. Das Material wurde mit dem Schiff gebracht, während der für den Rasen benötigte Humus vom Verein organisiert werden musste. Die Würzburger Arbeiter wurden vom Verein und durch Spenden der Bevölkerung verpflegt, was den meisten Arbeitern schon als Entlohnung reichte. Im gleichen Jahr konnte der Rasenplatz eingeweiht werden.

Das heutige Sportgelände wurde 1979 in unmittelbarer Nähe zu den Badeseen eingeweiht. Neben einem Rasenfußballplatz und einem Kunstrasenplatz (2017 wurde der Ascheplatz umgebaut) befinden sich dort auch fünf Tennisplätze. Das Tennisgelände ist dabei aber getrennt vom Fußballgelände. Neben dem Fußballgelände befindet sich das Sportheim in dem sich die Umkleidekabinen und die Sportgaststätte befinden. Am Rasenplatz selbst gibt es einen kleinen Verkaufsstand an dem während der Spiele Getränke und Essen angeboten werden. Der Tennisverein hat selbst ein kleines Vereinsheim, das eine Bar und Toiletten umfasst.

Fußball[Bearbeiten]

1931 wurde die Fußballabteilung gegründet. Die Fußballmannschaft der Herren spielt in der Kreisliga 1. Zum 130-jährigen bestehen gab es am 15. Juli 2004 ein Jubiläumsspiel zwischen dem TSV Erlabrunn und dem 1.FC Nürnberg. Initiiert wurde dieses Spiel von der fränkischen Weinkönigin Lisa Schmitt und dem Erlabrunner Pfarrer Matthias Karwath. Bei dem Spiel, das der TSV Erlabrunn mit 0:8 verlor, waren mehr als 2000 Zuschauer anwesend. Es wurden an diesem Tag 1800 Bratwürste und 1200 Liter Bier verkauft. [3]

Bekanntester Fußballer ist Arno Oppmann, der in den 1970er Jahren mit den Würzburger Kickers in der zweiten Fußball-Bundesliga Süd spielte. Außerdem leistete Sixtus Muth für den Verein besondere Arbeit. Er war viele Jahre als Kassier für die Finanzen des Vereins zuständig. Nach ihm ist die "Sixtus-Maß" benannt, die in den Sprachgebrauch des Ortes als Synonym für ein kleines Bier eingegangen ist.

Tennis[Bearbeiten]

Die Tennisabteilung des TSV wurde 1978 gegründet. Der größte sportliche Erfolg des Tennisabteilung war der Aufstieg der 1. Frauen-Mannschaft in die Bezirksliga, welche die höchste unterfränkische Liga darstellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinde Erlabrunn: 800 Jahre Erlabrunn, 2009, Druck und Medienservice Göhl, Reichenberg, S. 304
  2. Karl Lott: Erlabrunn eine fränkische Dorfgeschichte, S.272
  3. Gemeinde Erlabrunn: 800 Jahre Erlabrunn, 2009, Druck und Medienservice Göhl, Reichenberg, S. 305

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Lott: Erlabrunn eine fränkische Dorfgeschichte, S.270 ff.
  • Gemeinde Erlabrunn: 800 Jahre Erlabrunn, 2009, Druck und Medienservice Göhl, Reichenberg

Weblinks[Bearbeiten]