Mainfähre Eibelstadt-Rottenbauer

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Die Mainfähre Eibelstadt-Rottenbauer verband die Stadt Eibelstadt mit dem am anderen Ufer gelegenen Haltepunkt Rottenbauer der Bahnlinie Würzburg-Treuchtlingen und den Ortschaften Fuchsstadt und Rottenbauer.

Beginn des Fährbetriebs[Bearbeiten]

Der Beginn eines regelmäßigen Fährverkehrs über den Main ist auf das Jahr 1407 datiert, als Bischof Johann I. von Egloffstein auf eigene Kosten die Verbindung einrichtet.

Der städtische Fährbetrieb[Bearbeiten]

Der amtierende Dompropst war jeweils Lehensherr des Fährbetriebs und vergab es als Nachlehen an die Stadt Eibelstadt. Der Dompropst erhielt dafür als Lehenszins jährlich Naturalien in Form eines Pfundes Ingwer und eines Huhnes zum Martinstag. Die Stadt verpachtete die Fähre an einen oder zwei Fergen weiter, konnte aber die Pachteinnahmen mit den Kosten zur Erhaltung der Mainverbindung nicht decken. Mit der Säkularisation ging das Lehen 1815 an das Königreich Bayern über. Aufgrund mangelndem Kaufinteresses künftiger Betreiber und aus wirtschaftlichen Erwägungen wurde der städtische Fährbetrieb am 18. Februar 1939 eingestellt.

Der privatwirtschaftliche Fährbetrieb[Bearbeiten]

Nachdem der Fährverkehr 1939 eingestellt worden war, beantragte die Firma Johann Hupp im Frühjahr 1942 den Betrieb einer Nachenfähre. Diese erhielt am 18. Juni 1943 die Erlaubnis, am Flusskilometer 262,32 eine Personenfähre während des Zweiten Weltkrieges zu betreiben. Angetrieben wurde der Schelch zunächst mit einem Fährbaum, später mit einem Gierseil. Zwischen 27. Dezember und 1. März 1945 wurde der Betrieb eingestellt und in der Nachkriegszeit noch bis Mitte der 1950er Jahre weitergeführt.

Ende des Fährverbindung[Bearbeiten]

Die Personenfähre stellte mit Beginn des Aufstauens des Mains an der Staustufe Randersacker ihren Betrieb 1954/1955 endgültig ein, da für einen Gierseilbetrieb die dafür benötigte Strömung des Flusses nun zu gering war.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Die Eibelstadter Fähre war eine der wichtigsten Main-Fähren, da in Eibelstadt der Treidelweg von der linken auf die rechte Mainseite wechselte und Pferde, die die Schiffe zogen, hier übergesetzt werden mussten. Für den regionalen Verkehr vor dem Krieg wurden landwirtschaftlichen Gütern, die von Fuchsstadt oder Rottenbauer kamen oder von Eibelstadt dorthin gebracht wurden, so die Überquerung des Mains ermöglicht. Für große Lasten stand eine Fährbrücke zur Verfügung. Die Personenbeförderung nutzten ab 1885 mit Fertigstellung der Bahnlinie Würzburg-Treuchtlingen zumeist Pendler, die am gegenüberliegenden Haltepunkt Rottenbauer mit der Bahn nach Ochsenfurt oder Würzburg fuhren, genutzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Eibelstadter Fahr als Lehen, in: Franz Schicklberger: Wan khörd d'Mäi? Uns khörd d'Mäi, Aus dem Leben der Eibelstadter mit ihrem Main nach archivalischen Quellen, Eibelstadt 1998, S. 8 ff.
  • Franz Hupp: Die Schiffswerft der Firma Johann Hupp in Eibelstadt, in Franz Schicklberger: Wan khörd d'Mäi? Uns khörd d'Mäi, Aus dem Leben der Eibelstadter mit ihrem Main nach archivalischen Quellen, Eibelstadt 1998, S. 116 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Fährverbindung um 1840 (die Anlegestellen wurden mehrfach geändert)

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