Hetan II.

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Hetan II. († 719) war von 690 bis zu seinem Tod Herzog des erneuerten thüringischen Stammesherzogtums.

Familiärer Hintergrund

Er war ein Sohn von Herzog Gosbert von Thüringen, dessen Frau Gailana den Heiligen Kilian Ende des 7. Jahrhunderts hinrichten ließ. Hetan hatte eine Frau namens Theodrada, eine vermutliche Tochter des Theotbalds (einem Mittherrscher Hetans), mit der er von 704 bis 716 verheiratet war. Sie war vermutlich fränkischer oder thüringischer Herkunft. Mit ihr hatte er einen Sohn namens Thuring und die Tochter Immina.

Leben und Wirken

Hetan war Franke und hatte seinen Sitz in Würzburg [1]. Er herrschte ab frühestens 689 offenbar anfangs nur in Mainfranken. Durch einen Volksaufstand wurde er aus dem Land vertrieben, wie auch die ganze herzogliche Familie. Hier verdrängte dann die Dynastie Radulphs von Thüringen, um das Würzburger Herzogtum mit dem altthüringischen zu vereinigen. Um 700 erbaute er eine Herzogspfalz mit Kirche in Fulda. [2]

Hetan II. ist der früheste Vertreter hedenischen Geschlechtes, der sich urkundlich erfassen lässt. Als sein kirchenpolitischern Verdienst ist die Errichtung der Marienkirche auf dem Marienberg, die später um eine Benediktinerpropstei erweitert wurde.

Historische Bedeutung

Von Bedeutung ist Hetan vor allem, da unter seiner Herrschaft die Missionierung der Thüringer durch den Hl. Bonifatius begann, der auch 742 das Bistum Erfurt gründete. Eine in Würzburg ausgestellte Schenkungsurkunde des Herzogs vom 1. Mai 704 an den Friesenmissionar aus Nordhumbrien Willibrord [1] nennt erstmals Ortsnamen im heutigen Thüringen: Arnstadt (Arnestati), Mühlberg (Mulenberge) und Großmonra (Monhore). [3] [4]

Namensgeber

Hetan II. soll Namensgeber von Heidingsfeld sein. Der Name soll von „Hedans Feld“, also Stadt des thüringischen Herzogs Hetan stammen.

Ende des Fränkischen Reiches

Sein Sohn Thuring fiel in der Schlacht von Vincy 717, Hetan selbst zwei Jahre später. Nach dem Tod der beiden wurde das Herzogtum um 719 durch die Karolinger aufgelöst.

Posthume Würdigung

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Volker Schimpff: Bemerkungen zu den fränkisch-thüringischen Beziehungen im ersten Drittel des 7. Jahrhunderts. In: : Terra Praehistoria. Festschrift für Klaus-Dieter Jäger zum 70. Geburtstag (Neue Ausgrabungen und Funde in Thüringen, Sonderband 2007, herausgegeben von der Archäologischen Gesellschaft in Thüringen e. V.), Langenweissbach 2007
  2. Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. Kohlhammer; Auflage: 5., aktualis. A. (23. November 2006) S. 194 f. ISBN 3-17-019473-9
  3. Georg Heinrich Pertz u. a. (Hrsg.): Scriptores (in Folio) 23: Chronica aevi Suevici. Hannover 1874, S. 55–56 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  4. Volker Schimpff mit Beitrag von Claudia Theune: Die Heden-Orte in Thüringen (PDF; 3,5 MB)

Quellen

  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg Teil 1 - Die Bischofsreihe bis 1254 in: Germania Sacra, Walter Gruyter & Co., Berlin 1962, S. 13 [2]

Weblinks

Dieser Artikel basiert zum Teil auf dem Artikel Hedan II. aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.