Haltepunkt Würzburg-Süd

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Haltepunkt Würzburg-Süd

Der Haltepunkt Würzburg-Süd - im allgemeinen Sprachgebrauch meist Südbahnhof genannt - befindet sich in Parallellage zum Stadtring Süd an der Grenze der Stadtbezirke Frauenland (östlich) und Sanderau (südwestlich). Neben dem Hauptbahnhof ist dies derzeit die einzige Bahnstation, welche im Stadtgebiet von der Deutschen Bahn betrieben wird.

Bis ins 20. Jahrhundert bestand statt des heutigen Haltepunkts noch der Bahnhof Würzburg-Sanderau mit Bahnhofshalle, Schalterraum und Restaurant.

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedlung Würzburgs 1866

Der Bahnhof in der Friedenstraße 13 wurde als Bahnstation Sanderau am 15. August 1879 der Bevölkerung übergeben. [1] In der Zeit der Jahrhundertwende hieß der Bahnhof Würzburg Sanderau bzw. Haltestelle Sanderau, denn das Bahnhofsgebäude stand am Rand des Stadtbezirks Sanderau an der Grenze zum Frauenland. Auf Frauenlandseite war 1869 direkt angrenzend die Frankonia Konserven- und Schokoladenwerke, Sieboldstraße 14 [2] (heute: Zeppelinstraße 2), gegründet worden. [3]

Aus einem Stadtplan von 1866 geht hervor, dass sowohl die Konservenfabrik als auch der Südbahnhof auf damals unbewohnten Gebiet erbaut wurden. Die damals neue Methode der Lebensmittelkonservierung hatte für das Militär einen sehr hohen Stellenwert, in Mainz wurde eine Armeekonservenfabrik 1873 direkt neben die Golden-Ross-Kaserne (Dragonerkaserne) gebaut.

Ehemalige Verkehrsbedeutung[Bearbeiten]

Außer als Zusteigebahnhof für den damaligen „Fernverkehr“ diente der Südbahnhof vor allem innerstädtisch Berufspendlern aus Sanderau, Frauenland und der Frankonia-Werke als schnelles Verkehrsmittel. Während des zweiten Weltkriegs wurde der Südbahnhof nicht direkt von Bomben getroffen, am 16. März 1945 wurde durch nahe Luftminen-Einschläge (siehe Luftaufnahmen unten) der Dachstuhl zerstört.

Das Bahnhofsgebäude verfügte bis in die 1960er Jahre über eine Restauration mit Reiseproviant-Verkauf, Frachtpostannahme, Fahrkartenverkauf und Wartehalle. Das Betreten des Bahnsteigs erforderte damals eine „Bahnsteigkarte“ für 20 Pfennig. In der Nachkriegszeit hieß der Bahnhof Würzburg-Süd. Der Fahrdienstleiter wohnte im Obergeschoß des Südbahnhof-Gebäudes. Über einen Schaltraum stellte er die Vor- und Hauptblocksignale im Streckenabschnitt vom Abzweig Richtung Rottendorf bis zur Eisenbahnbrücke Würzburg-Süd und die beiden Ausfahrtsflügelsignale am Bahnhof.

Die umgebenden Flächen waren für Lastkraftwagen gepflastert und mit großen Alleebäumen aufgelockert. Für Pendler wurde ein großer Fahrrad- und Motorradschuppen in Gleisnähe angeboten. Reisende in Richtung Würzburg-Hauptbahnhof gelangten zum gegenüberliegenden Gleis, indem sie vor dem Bahnhofsgebäude über eine abwärtsführende Treppe die Bahnstrecke durch einen Tunnel unterqueren konnten.

Aufgrund des zunehmenden Individualverkehrs und des Ausbaus des WVV-Busliniennetzes in den 1960ern verlor der Südbahnhof rapide an Bedeutung. Im Zuge der Stadtumgehung (Mittlerer Ring) wurde das Bahnhofsgebäude Anfang der 1970er abgerissen und die Station in einen Haltepunkt Würzburg-Süd umgewandelt. Anstelle des Bahnhofsgebäudes steht heute ein Hochhaus. Der ehemalige Fußgängertunnel ist in der heutigen Eisenbahnbrücke Sieboldstraße „aufgegangen“.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Die historischen Fotos zeigen den ehemaligen Sanderauer Bahnhof, Details sind im Bild von 1944 markiert.

Bahnhofsanlage[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Würzburg-Süd besteht aus zwei Seitenbahnsteigen („Außenbahnsteigen“). Diese sind über Treppen von folgenden Straßen zu erreichen:

Laut Kategorisierung der Deutschen Bahn handelt es sich beim Haltepunkt Würzburg-Süd um einen Haltepunkt der Bahnhofskategorie 5, was einem Stadtteilbahnhof mit minimaler Ausstattung entspricht.

Der Haltepunkt ist mit einem dynamischen Fahgastinformationssystem, Wetterschutzunterständen, Fahrscheinautomaten für Nah- und Fernverkehr, Fahrplanaushängen und SOS-Info-Säulen ausgestattet. Im Zugangsbereich Göbelslehenstraße befindet sich außerdem eine Imbiss-Bude.

Der südöstliche Bahnsteig (Gleis 2) hat eine Länge von 204 Metern, der nordwestliche Bahnsteig (Gleis 1) ist 213 Meter lang. [4]

Fehlende Barrierefreiheit[Bearbeiten]

Die Zugänge zu den Bahnsteigen sind mit Treppenstufe versehen. Auch die Rampe an der Grünewaldstraße ist nicht normgerecht ausgestaltet. Der Einstieg in die Züge kann durch zu niedrige Bahnsteigkanten und fehlende Einstiegshilfe nicht barrierefrei gewährleistet werden.

Verbindungen[Bearbeiten]

Folgende Verbindungen gibt es am Südbahnhof:

  • (Karlstadt–) Würzburg–Ochsenfurt-Steinach–Ansbach–Treuchtlingen (KBS 920, im 60-Minuten-Takt)
  • Würzburg–Ochsenfurt-Marktbreit (an Wochentagen Nachmittags, im 60-Minuten-Takt)
  • Würzburg–Lauda (KBS 780, im 120-Minuten-Takt)

Zu Hauptverkehrszeiten wird die Kursbuchstrecke 920 im 30-Minuten-Takt bedient (nur bis Ansbach) und die Kursbuchstrecke 780 im 60-Minuten-Takt (nur bis Lauda).

Fahrpläne[Bearbeiten]

Bitte Gültigkeitszeitraum der einzelnen Teilfahrpläne beachten!

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Südbahnhof/LVA, Valentin-Becker-Straße


Parkplätze[Bearbeiten]

Kostenlose Parkplätze gibt es im Bereich der Unterführung Zeppelinstraße, sowie zeitlich eingeschränkt in der Grünewaldstraße. Aufgrund der angespannten Parksituation ist jedoch die Anreise mit dem Bus empfehlenswert.

Geplanter Lärmschutz[Bearbeiten]

Im Zuge des Lärmsanierungsprogramms der Deutschen Bahn sollen am Südbahnhof vorbei, entlang des Stadtrings Süd bis nach Heidingsfeld Schallschutzwände errichtet werden. Die Planung der 4,3 km langen und drei Meter hohen Wände stieß bei Anwohnerinitiativen auf Protest. Beklagt wird der abschottend wirkende städtebauliche Eingriff und die fehlende Verbindung der Maßnahme mit Lärmschutz am parallel führenden Stadtring. [5] [6] [7]

Im September 2015 haben die Bauarbeiten für den knapp 8,8 Kilometer Bahn-Lärmschutz entlang der Bahnstrecken im Würzburger Stadtgebiet am ehemaligen Heidingsfelder Ostbahnhof begonnen. Für das Projekt Lärmschutz gibt die Deutsche Bahn in Würzburg knapp 17 Millionen Euro aus dem Fördertopf des Bundes für „freiwillige Lärmsanierung an Schienenwegen“ aus. [8] [9] Ende des Jahres 2017 könnten also die von Kritikern als „Würzburger Mauer“ bezeichneten Lärmschutzwände in Heidingsfeld und am Stadtring Süd endgültig stehen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnstation Sanderau Einweihung
  2. Sieboldstraße - eine Zeppelinstr. gab es 1920 noch nicht, da der Zeppelin noch nicht erfunden worden war
  3. 1977 verkauft an Cemoi (http://www.cemoi.fr/en/), die heute eine Produktion in Veitshöchheim betreiben
  4. Wikipedia: Bahnhöfe in Würzburg
  5. Interaktive Karte zur Lärmsanierung (DB)
  6. Main-Post: „Fortschritte beim Lärmschutz“ (13. Juli 2012)
  7. Main-Post: „Viel Lärm um Lärmschutzwand“ (9. Januar 2013)
  8. Main-Post: „Der Mauerbau gegen Lärm hat begonnen“ (3. September 2015)
  9. „Deutsche Bahn baut Schallschutzwände in Würzburg“ (Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG am 3. September 2015)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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