Faulenberg-Kaserne

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Faulenbergkaserne (Einfahrt)
Faulenbergkaserne

Die Faulenbergkaserne ist eine ehemalige Kaserne im Osten des Stadtbezirks Grombühl inmitten des Gewerbegebiets Nürnberger Straße. Seit 2007 die Amerikaner dort abzogen, liegt das Areal brach.

Lage[Bearbeiten]

Das Areal im Bereich der ehemaligen Weinlage Faulenberg [1] grenzt im Süden an die Nürnberger Straße, im Westen an die Matthias-Thoma-Straße und im Norden an die Äußere Aumühlstraße und Kürnach. Im Osten befindet sich die Ohmstraße.

Geschichte im Königreich Bayern[Bearbeiten]

Errichtet wurde die Kaserne von 1876 bis 1879 als Neue Artillerie-Kaserne in der damaligen Faulenbergstraße (heute Nürnberger Straße) [2] [3] nahe der Bahnlinie Würzburg-Bamberg mit eigenem Bahnhof "Artilleriekaserne" (später Haltepunkt Würzburg-Heimgarten). Das „Fourage-Magazin“ (fürs Pferdefutter) und die „Regimentskanzlei“ befanden sich in der Faulenbergstraße 13. [4] Erweiterungen erfuhr die Kaserne in den Jahren 1884, 1887, 1891 und 1894. Ein Teil der Bauten diente auch den Zwecken des 11. königlich-bayerischen Feldartillerie-Regiment seit seiner im Jahr 1901 erfolgten Gründung bis zur Fertigstellung seiner eigenen, in der Ysenburgstraße 1, 3 und 5 gelegenen Kaserne 1909. [5] Sie bestand bis 1919 für das 2. königlich bayerisches Feldartillerie-Regiment. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kaserne bis 1939 von der Ordnungspolizei und später von Maschinengewehr- und Nachrichtentruppen genutzt.

Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 rückten US-Streitkräfte ein und unterhielten dort anfangs Verwaltung und Logistik. Es war dann der Standort der „Facilitiy Engineers“ und der US-Oberst, höchster Chef für die Zivil-und Personalangelegenheiten der US Military Community Würzburg, residierte dort.

Konversion[Bearbeiten]

Im Sommer 2007 verließen die letzten Amerikaner das Areal und übergaben es Ende September 2007 dem Bund. Seitdem ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für die weitere Planung und Verwendung der Fläche zuständig. Am 16. Juli 2008 wurde beschlossen das Areal in die Förderung als Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) aufzunehmen. Das Areal ist infrastrukturell gut angebunden und umfasst eine Fläche von circa 12,5 Hektar.

Die Stadt hat 2009 am Randbereich der Kaserne mit der Matthias-Thoma-Straße eine neue Verbindungsstraße zwischen der Nürnberger Straße und der Aumühlstraße geschaffen. Teile des Geländes hat die BImA als Lagerräume an Firmen zwischenvermietet.

Ein 2011 vorgelegter Masterplan sieht vor das Gelände dichter zu bebauen und größtenteils als Gewerbefläche nutzbar zu machen. Außerdem soll die Verkehrsanbindung verbessert werden und eine kleine Grünanlage geschaffen werden.

Baudenkmal[Bearbeiten]

Neun Gebäude stehen nach einer entsprechenden Prüfung unter Denkmalschutz. Dabei geht es um Ziegelbauten, „deren Gestaltung sich mit flach geneigten Dächern, Gesimsen oder stichbogigen Fenstern noch am so genannten Münchner Maximilianstil orientiert.“ (Oberkonservator Rembrant Fiedler)

  • Zwei ehemalige Getreidemagazine aus Backstein im Westen. Die viergeschossigen Häuser wurden 1877/79 sowie 1892 errichtet.
  • Früheres, eingeschossiges Waaghaus aus Backstein
  • Alte Feuerwehrschule – ein verputzter Backsteinbau, der 1887/88 erbaut wurde. Er ist das einzige Gebäude unter Verwaltung der Stadt Würzburg.
  • Früherer Mannschaftsbau, welches zum Kasernenhof vier zur Nürnberger Straße drei Geschosse hat.
  • Drei Gebäude, welche den Kasernenhof (früher Exerzierplatz) umgeben
  • Lagerhalle

Pressespiegel[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. Heffner und D. Reuß: Würzburg und seine Umgebungen, 1852; zit. aus: Weinlagen in alter Zeit, in: 15 Jahrhunderte Würzburg. hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 405b
  2. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921 S. 145 [1]
  3. 1936 wurden die Aumühl- und Faulenbergstraße in Nürnberger Straße umbenannt. (Quelle: Würzburger Adreßbuch 1949. Verlag Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1948, S. 223)
  4. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 11 und 36
  5. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 124

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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