1. RC Heidingsfeld von 1899 e.V.

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Logo des Vereins

Der 1. Radler-Club Heidingsfeld von 1899 e.V. ist ein Hallenradsportverein mit eigener Sporthalle (Radlersaal) im Stadtbezirk Heidingsfeld. Er ist Mitglied im Bund Deutscher Radfahrer e.V.

Geschichte

Gauausfahrt des Radler-Clubs Heidingsfeld Pfingsten 1911

Am 5. Juni 1899 gründete sich der 1. Radler-Club, dem sofort 13 Mitglieder beitraten. Wie damals allgemein üblich, wurde das Reigen- und Corsofahren gepflegt. Der Verein nahm seine Sache sehr ernst. Es wurden einheitliche Sportanzüge sowie eine Standarte beschafft, die leichter mitgeführt werden konnte, als eine Fahne. Anlässlich des Stiftungsfestes am 26. August 1900 wurde die Standarte enthüllt. Die Patenschaft übernahm der „Velo-Club Franken“ Würzburg.

Nun konnte der Verein offiziell an den damals üblichen Reigen- und Corsofahrten teilnehmen. Seine erste Vorstellung gab der Verein bei dem Fest des Radfahrvereins Grünsfeld, wo auch gleich ein beachtlicher 4. Platz errungen wurde. Das gab Ansporn und bald war der Radlerclub Heidingsfeld bei allen radsportlichen Veranstaltungen ein sehr ernst zu nehmender Verein, der sich immer unter den ersten Preisträgern befand. Besonders erfreulich war es, dass auf Grund der Erfolge auch immer neue Mitglieder zu dem Verein stießen.

Auch im gesellschaftlichen Bereich ließen sich die Radler etwas einfallen. So genehmigte der Heidingsfelder Magistrat 1904 dem im gleichen Jahr dem Arbeiter-Radfahrerbund „Solidarität“ beigetretenen Verein am Faschingsdienstgag einen öffentlichen Umzug zu halten. Damit war der heute noch bestehende Faschingszug in Heidingsfeld aus der Taufe gehoben.

Während des Ersten Weltkrieges 1914-18 blieb das Vereinsleben in bescheidenem Rahmen erhalten, doch die beliebten Radfahrfeste mussten ausfallen. Erst nach der Notzeit der Inflation ging es 1928 wieder aufwärts. Neben dem Reigen- und Corsofahren nahm nun auch das Kunstfahren an Bedeutung zu. Im selben Jahr errang der Vierer-Damen-Reigen mit Berta Sieber, Gretel Metzger, Paula Leckert und Resi Deutscher mit ihrem Trainer Georg Kraft die Bayerische Meisterschaft.

Mit dem Nationalsozialismus kam für alle Arbeitervereine eine schwere Zeit. Schon 1933 wurde das gesamte Inventar beschlagnahmt und der Verein aufgelöst. Die 192 Mitglieder verloren ihre Standarte, welche die Älteste von Nordbayern war, vier Saalmaschinen und 16 Schalmei-Instrumente der bekannten Musikgruppe, die von dem damaligen 1. Vorstand Michael Deutscher und dem Mitglied Kapellmeister Michael Hartung gegründet war. Während der Nazizeit und dem Zweiten Weltkrief ruhte der Radsport in Heidingsfeld.

Im März 1946 begründete sich der Verein als „Solidarität“ wieder und schloss sich der Turn- und Sportvereinigung von 1861 als Abteilung an. In dieser Vereinigung hatten sich alle Vereine von Heidingsfeld - die Vereinsgründung wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht reglementiert - zusammengeschlossen. Allerdings erwies sich dieser Zusammenschluss als ungeeignet, da die alten Vereine ihre Traditionen und Stammmitglieder hatten und die sportlichen Interessen zu weit auseinander lagen. So löste sich 1948 die Turn- und Sportvereinigung auf und die einzelnen Vereine wurden wieder selbständig.

Die „Solidarität“ trat nun - wie seit 1899 - als eigener Verein an die Öffentlichkeit und dies mit großem Erfolgt. Trainiert wurde weiterhin in der am 16. März 1945 von der Zerstörung verschonten Jahnhöhe der Turngemeinde Heidingsfeld. 1948 kündigte die Turngemeinde dem Radler-Club die Übungsstätte auf der Jahnhöe wegen Eigenbedarf. Erste Überlegungen wurden angestellt für eine neue Übungsstätte, die für die Weiterführung der erfolgreichen Vereinsarbeit notwendig war. Der 1. Vorsitzende Georg Stumpf, der 1952 gewählt wurde, und die Mitglieder beschlossen, eine vereinseigene Sporthalle zu bauen.

Im gleichen Jahr kaufte das Mitglied Hans Schmitt das Grundstück der ehemaligen Klosterbrauerei am Rathaus. Mit Idealismus und viel Eigenleistung begannen die Arbeiten an dem umfangreichen Projekt. Am 10. Mai 1958 konnte die neue Sporthalle, der Radlersaal ihrer Bestimmung übergeben werden.

Der Radlersaal wurde bald Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, aber auch die sportlichen Erfolge der Radler konnten fortgeführt werden. Um die sportlichen Leistungen der Aktivitäten noch zu steigern und echte Vergleichsmöglichkeiten zu erhalten, war es unumgänglich, dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) als Mitglied beizutreten. Dabei war der Austritt aus der „Solidarität“, dem man seit 1904 angehörte, notwendig, ebenso wie eine Namensänderung des Vereins. Nach langer Diskussion trat der Verein am 1. Januar 1968 dem BDR und dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) bei. Gleichzeitig erfolge damit eine Mitgliedschaft beim Weltradsportverband.

1978 legte der verdienstvolle 1. Vorstand Georg Stumpf aus Altergründen sein Amt nieder. Seit dieser Zeit ist Sigmar Stumpf 1. Vorsitzender des Vereins.

Um den dringenden Bedürfnis nach einer größeren Halle Abhilfe zu schaffen, beschloss der Verein 1979 die vorhandene Halle an- und auszubauen. Für sportliche Veranstaltungen wurde eine zweite Fahrfläche geschaffen und bei gesellschaftlichen Veranstaltungen sollte der Saal 500 Personen Platz bieten. Im Dezember 1980 wurde der Umbau abgeschlossen und ab Januar 1981 wurden wieder Veranstaltungen im Radlersaal durchgeführt.

Im Jahr 1999 beging der 1. RCH sein 100-jähriges Jubiläum mit einer großen Festveranstaltung, bei der auch hochklassige Kunstrad-, Radball- und Radpoloturniere abgehalten wurden. Sigmar Stumpf trat nach 37 Jahren als 1. Vorstand im Jahr 2015 zurück, seitdem hat Adolf Schöpplein das Amt des 1. Vorstandes übernommen.

Abteilungen

  • Radpolo
  • Radball
  • Kunstradfahren
  • Spinning

Kontakt

1. RC Heidingsfeld von 1899 e.V.
Seegartenweg 3
97084 Würzburg
Telefon 0931 - 62 727
E-Mail: info@rcheidingsfeld.de

Siehe auch

Quellen

  • Adolf Schöpplein: Vereinsgeschichte zum 120-jährigen Jubiläum des 1. RC Heidingsfeld am 19.12.2019. In: Wochenblatt für die Stadt Heidingsfeld. Jahresausgabe der Bürgervereinigung Heidingsfeld e.V., Nr. 38, September 2019, S. 20 ff.

Weblinks