Eisenbahnunfall von 1886

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Beim Eisenbahnunfall von 1886 zwischen Würzburg und Rottendorf stießen am 1. Juli aufgrund unzureichender Kommunikation zwischen Fahrdienstleiter und Weichensteller zwei Züge frontal zusammen, wobei 16 Personen ums Leben kamen.

Technische Voraussetzung[Bearbeiten]

Östlich von Würzburg verlaufen die Bahnlinie Würzburg-Bamberg und die Bahnlinie Würzburg-Nürnberg auf etwa acht Kilometern Länge bis Rottendorf parallel nebeneinander. Die Strecke weist eine Steigung auf und durchschneidet dabei in einem Geländeeinschnitt den Faulenberg. Beide Strecken waren zur damaligen Zeit noch eingleisig ausgebaut. Jede der beiden Strecken wurde im Normalfall für sich alleine in beide Richtungen befahren, jedoch war in besonderen Betriebssituationen ein Gleiswechsel möglich.

Unfallhergang[Bearbeiten]

Ein verspäteter Postzug aus Bamberg fuhr auf Würzburg zu, ein ebenfalls verspäteter Schnellzug aus Stuttgart nach Berlin befand sich zeitgleich abfahrbereit für die Gegenrichtung im Hauptbahnhof. Der Fahrdienstleiter wollte den zweigleisigen Abschnitt bis Rottendorf für die Kreuzung der beiden Züge nutzen. Der Berliner Zug sollte dafür bis Rottendorf das nördliche Gleis nutzen, der Postzug aus Bamberg dagegen über das südliche Gleis einfahren. Der Weichensteller erhielt die entsprechende Anweisung aber zu spät: Der Zug nach Berlin hatte die entscheidende Weiche bereits passiert. Damit befanden sich beide Züge auf dem Nürnberger Gleis. Der vom Bahnhof Rottendorf kommende Postzug nutzte das Gefälle der Strecke Richtung Würzburg, um bei höchst möglicher Geschwindigkeit ein wenig von seiner Verspätung einzuholen. Der Lokführer konnte jedoch den Zug nicht mehr zum Halten bringen, als er die Situation erkannte. Der Schnellzug, der in der Steigung viel langsamer war, konnte zwar noch bremsen, jedoch den Frontalzusammenstoß um 13.30 Uhr nicht verhindern.

Unfallfolgen[Bearbeiten]

Sechzehn Menschen starben bei diesem Ereignis und über 70 Reisende und Zugpersonal wurden verletzt, Die Schwerverletzten wurden ins Juliusspital eingeliefert. Eine große Zahl von Zivil- und Militärärzten, Professoren und Assistenzärzten der Universität Würzburg und eine Sanitätskompagnie leisteten medizinische Hilfe, während eine Einheit des 2. königlich bayerisches Feldartillerie-Regimentes, aus der nahe gelegenen Artilleriekaserne, die Unfallstelle gegen eine große Menge Schaulustiger absperrte.

Literatur[Bearbeiten]

Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979.

Weblinks[Bearbeiten]