Dorfsmühle (Unterleinach)

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Die Dorfsmühle war einer von einst drei Mühlenbetrieben in Unterleinach.

Lage[Bearbeiten]

Die Mühle befand sich auf dem Grundstück der heutigen Anwesens Mühlgasse 6.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Dorfsmühle ist die älteste der drei Unterleinacher Mühlen. Sie gehörte zum Fronhof, einer landwirtschaftlichen Produktionsstätte, und lag innerhalb des Fronhofzaunes und der Dorfshecke, in Unterleinach Haiger genannt, womit sie geschützt war. Sie war im Besitz der Leinacher Edelknechte und Ritter gelangt. 1350 verkaufte sie der Edelknecht Gotzo, genannt Hotzo von Lynach, an den Abt des Benediktinerklosters St. Burkard Johann von Bloach. Das Kloster St. Burkard hatte mit dem Kauf der Mühle seinen Besitz in Unterleinach weiter ausgebaut.

1633, zwei Jahre nach der Plünderung der Leinachdörfer durch die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges, war Georg Öchsner Dorfsmüller zu Undernleinach, 1680 war es Hans Öchsner. Die Dorfsmüller mussten jährliche Abgaben an das Ritterstift St. Burkard und dessen Zehnthof (vormals Fronhof) leisten. Die jeweiligen Inhaber der Dorfsmühle wurden in einem der Lehensbücher des Ritterstiftes St. Burkard zwar notiert, nicht aber das Jahr der Übernahme der Mühle. Bis zur Auflösung des Ritterstiftes St. Burkard 1803 (Säkularisation) ging die Mühle durch viele Hände. Danach ging sie in den privaten Besitz der jeweiligen Müller über.

1938 wurde die Mühle im Kataster wie folgt beschrieben: „Wohnhaus mit Keller, Stall und Mühle, Waschhaus, Backofen, Holzhalle, Scheuer mit Stallung, Keller und Hofraum, Baum- und Würzgarten hinter der Scheuer.“ Zur Zeit des Besitzers Georg Pfister 1943 wurde die Mühle schon als „Mühlenschrotbetrieb“ bezeichnet und erhielt verbilligten Kraftstrom aus der Feldmühle. Für die Zuleitung des Stromes musste Georg Pfister 1950 nichts bezahlen.

1960 kam die Mühle in den Besitz von Robert Franz und seiner Frau Elfriede, geborene Pfister. Noch bis 1965 mahlte Robert Franz Schrot für die Bauern aus Unter- und Oberleinach. 1977 wurden Mühlrad und Mahlwerk abgebrochen. Das Mahlen von Schrot lohnte sich nicht mehr.

Technik[Bearbeiten]

Die unterschlächtige Mühle wurde durch einen Zufluss vom Leinacher Bach angetrieben. [1] Durch Anstauen des Bachs floss das Wasser in einen sich abzweigenden Kanal und speiste so das Mühlrad mit Wasser. Reste dieses Mühlkanals sind heute noch erkennbar.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Demel: Leinach. Geschichte - Sagen - Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 416 ff.

Erläuterungen und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Ein Wasserrad ist ein Rad, welches mit Hilfe von fließenden Wasser in eine Drehbewegung versetzt wird. Beim unterschlächtigen Wasserrad fließt das Wasser unter dem Wasserrad hindurch und reißt die Radschaufeln in Fließrichtung mit. Durch gebogene Radschaufeln und einem geringen Spalt können Wirkungsgrade bis 70 % erreicht werden. Nachteilig wirken Verunreinigungen, speziell Treibgut im Bachlauf. Nähere Informationen zum unterschlächtigen Wasserrad bei Wikipedia [1]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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