Wolfskeelsche Ringmauer

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Infotafel Festung Marienberg

Die Wolfskeelsche Ringmauer (auch Wolfskeelscher Bering; fälschlich Scherenbergzwinger [1]) der Festung Marienberg mit dem vorgelagerten Halsgraben im Westen umschließt die alte Burg auf drei Seiten.

Neue Ringmauer[Bearbeiten]

Erstmals eine Steinmauer errichtete in der Stauferzeit (11. bis 13. Jahrhundert) im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen der Würzburger Bischof Konrad von Querfurt. [2] Es handelte sich um eine hohe, mit gedecktem Wehrgang ausgestattete Ringmauer, an deren Westseite sich ein Halsgraben mit Zugbrücke befand. Die Mauer musste damals noch nicht Feuerwaffen standhalten können.

Fürstbischof Otto II. von Wolfskeel, der auf der Festung Marienberg geboren, getauft und erzogen worden war, kannte die Räume, Keller, Gelasse und Gräben der Burg sehr gründlich. Eine Erweiterung der Wehrhaftmachung der Burg schien ihm sehr wichtig, weshalb er im 14. Jahrhundert einen neuen Mauerring errichten ließ. Der neue Wolfskeelsche Mauerzug umschließt die Burg auf drei Seiten. Zwischen den neuen und alten Mauern lag ein Zwinger [3], der dem Feind die Annäherung an die Burg selbst erschweren sollte. Um das Übersteigen der Mauer zu verhindern, war sie mit einem Gang und mit Rundtürmen versehen, um zusätzlich einen flankierenden Beschuss zu ermöglichen.

Mit der Anlage des Zwingers und des neuen Mauerrings musste auch das westliche Burgtor herausgerückt werden. Der charaktervolle Torbau, eine typische gotische Barbakane [4], besteht aus der eigentlichen dreigeschossigen, über dem Tor vorkragenden Torfront, die von zwei seitlichen Rundtürmen zu ihrem Schutz flankiert wird. Die alte Zugbrücke und die daran anschließende Holzbrücke, deren Rollenlöcher noch zu sehen sind, wurde 1716 durch die jetzige Steinbrücke ersetzt. Sogar die Blende zur Aufnahme der hochgezogenen Brücke ist noch im Mauerwerk zu finden.

Ausbau der Ringmauer unter Fürstbischof Scherenberg[Bearbeiten]

In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts war es Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg, der das heruntergewirtschafte Hochstift Würzburg nicht nur vor dem Untergang rettete, sondern während seiner 30-jährigen Regierung (1466 - 1495) zu neuer Blüte emporführte. Scherenberg gelang es, bei Kaiser Friedrich III. besondere Steuerprivilegien zu erhalten, um die Festung Marienberg, den Sitz der Würzburger Macht, zu erneuern. So war es erforderlich geworden, den Wolfskeelschen Ring, der noch vor der Erfindung der Feuerwaffen erbaut worden war [5], den Erfordernissen der neuen Zeit anzupassen. Um dem Beschuss mit schweren Steinkugeln gewachsen zu sein, wurden die Mauern ausgebessert und verstärkt. Auf der Nordseite der Festung ließ Scherenberg hinter einer Mauer eine gedeckte Galerie anlegen und versah die Mauern mit Schießscharten, so dass der Nordhang des Marienberges vor stürmenden Angreifern wirkungsvoll bekämpft werden konnte. Die hölzernen Erker an den Türmen wurden beseitigt und vor dem Randersackerer Turm eine Bastei zum Aufstellen von schwerem Geschütz errichtet.

Das westliche Burgtor (Scherenbergtor) wurde erneuert. Die hier eingelassene Wappentafel des Fürstbischofs mit der Jahreszahl 1482 bezeugt Scherenbergs Tätigkeit. Auch der südöstliche Turm des Mauerrings trägt eine Wappentafel Scherenbergs.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  1. Der Name Scherenbergzwinger ist nur insofern berechtigt, als Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg die Ummauerung verbessert und in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundertmit neuen Türmen und zeitgemäßen Anlagen, wie der Galerie auf der Nordseite, versehen hat.
  2. Paul Glück: Die Festung Marienberg ob Würzburg. Verlag C.J. Becker Universitäts-Druckerei, Würzburg 1951, S. 12
  3. Ein Zwinger ist ein zwischen zwei Wehrmauern gelegenes offenes Areal, das der Verteidigung dient. Zwingeranlagen wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als Verstärkung von Burgen und Stadtmauern errichtet. Nähere Informationen dazu bei Wikipedia [1].
  4. Die Barbakane ist ein dem Tor einer spätmittelalterlichen bzw. renaissancezeitlichen Burg oder Stadtmauer vorgelagertes Verteidigungswerk in Form einer runden Bastei. Weitere Informationen bei Wikipedia [2].
  5. Die Entwicklung der Feuerwaffen im Mittelalter bei geschichte-wissen.de

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