Winterhausen

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Winterhausen
Ortstyp Markt
Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen WÜ / OCH
Höhe 188 ü. NN
Fläche 8,72 km²
Einwohner 1480 (2008)
Bevölkerungsdichte 170 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 206
Anschrift Rathausplatz 2
97286 Winterhausen
Telefon 09333-214
Telefax 09333-1802
E-Mail rathaus@winterhausen.de
Webseite http://www.winterhausen.de
1. Bürgermeister Wolfgang Mann
Wappen
Wappen Winterhausen.png

Winterhausen ist eine Marktgemeinde im Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rathausplatz
Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche St. Nikolaus
Rathaus
Kantorat
Altes Schulhaus

Winterhausen liegt im Maindreieck an der linken Flussseite zwischen den Städten Würzburg und Ochsenfurt an der Staatsstraße 2418 und der Bahnlinie Würzburg-Treuchtlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Steininschrift aus dem Jahre 986 im Kreuzgang des Würzburger Andreasklosters werden unter den Gütern und Einkünften des Klosters unter anderen die Orte „Ahusen, Buchelit et Altertheim“ genannt, wobei mit Ahusen das heutige Winterhausen und Sommerhausen gemeint ist. Der Würzburger Bischof Hugo hatte dem Kloster entsprechende Schenkungen gemacht. Am 12. März 1311 gibt Markgraf Waldemar von Brandenburg seine Einwilligung zu der durch König Heinrich VII. vorgenommenen Verpfändung der Reichsgüter über dem Main (bonorum supra Mogum) an Albert von Hohenlohe. Diese Reichsgüter bestehen aus „Sumerahusen, Winterahusen, Lindelbach et curiam Lüzelvelt“, der Hof Lützelfeld. Ehemals ein Amt der limpurgischen Herrschaft Speckfeld (bzw. deren Erbtöchter von Rechteren), kam 1803 an Bayern dann 1810 zum Großherzogtum Würzburg und am 29. Juni 1814 mit diesem wiederum an Bayern. Die Gerichtsbarkeit lag jedoch noch bis zum 1. Oktober 1848 bei den Grafen von Rechteren-Limpurg (Herrschaftsgericht Sommerhausen). Im Jahr 1832 fand in Winterhausen eine Verfassungsfeier statt. [1] Bis zum Oktober 1848 als das Ablösungsgesetz vom 4. Juni 1848 in Kraft trat, hatten die Einwohner auch noch Frondienste an die Grafen zu leisten, so z. B. die ersten Feldfrüchte zum herrschaftlichen Schloss in Markt Einersheim zu bringen. Daran entzündete sich im Revolutionsjahr 1848 auch in Winterhausen ein Bürgerprotest. Winterhäuser Bürger hielten eine Versammlung ab bei der sich die Bürger Hamm, Michels und der Schneider Vial als maßgebliche Stimmen etablierten. Man beschloss die schriftlich fixierten Forderungen direkt beim herrschaftlichen Schloss in Sommerhausen zu übergeben. Die unbewaffnete Gruppe konfrontierte der Polizeidiener von Sommerhausen mit seinem gezückten Säbel und der Rückendeckung durch ortsansässige „junge Leute“. Ein Winterhäuser entwaffnete den Polizeidiener, zerbrach den Säbel und warf diesen zu Boden. Die Gruppe zog darauf weiter zum Schlossgarten, wobei sich nun auch einige Sommerhäuser einreihten. Vial übergab dem Herrschaftsrichter Mayer die Forderungen wobei dieser einwilligte sie dem Grafen zukommen zu lassen. In selbigem Jahr sollte im Zuge des Revolutionsgeschehens ein Angehöriger eines Freikorps, Drechslergehilfe bei Drechsler Stöcker, in Winterhausen erschossen werden, wozu es aber letztendlich nicht kam.

Bei den Urwahlen für das Paulskirchenparlament am 25. April 1848 (Frankfurter Nationalversammlung) wurden aus Winterhausen C. Hamm jun. und Miltenberger als Wahlmänner gewählt. In den Bayerischen Landtag vom 16. Januar 1849 zog der ortsansässige Ökonom Friedrich Adami als Abgeordneter ein. [2]

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Die Namen der beiden gegenüberliegenden Marktgemeinden Sommerhausen und Winterhausen geht auf den jeweiligen Ortspatron und der Zeitpunkt des Patroziniums zurück. So ist der Gedenktag des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember im Winter.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Geteilt von Blau und Silber; oben zwischen fünfzehn sechsstrahligen silbernen Sternen schwebend ein abnehmender, gesichter goldener Halbmond, unten eine an grünem Rebstück mit zwei grünen Blättern hängende rote Traube.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Winterhausen liegt, vom Main getrennt, gegenüber von Sommerhausen. Die Wappen beider Orte ähneln sich sehr. In beiden steht in der unteren Schildhälfte ein Rebstück mit zwei Blättern und einer Traube. In der oberen Hälfte ist im Wappen von Sommerhausen die Sonne in der Bedeutung für Sommer dargestellt, im Wappen von Winterhausen dagegen Mond und Sterne in der Bedeutung für Winter. Das Wappen ist durch Abdrucke eines Siegels aus dem 17. Jahrhundert seit 1722 belegt mit einem Berg unter der Traube. Die Farben sind dem Wappen der Grafen von Limpurg-Speckfeld entnommen, zu deren Herrschaftsgebiet Winterhausen einst gehörte.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wanderwege[Bearbeiten]

  • Mondweg: Länge: 5,5 km. Entlang des Mondweges befinden sich 13 Skulpturen aus Muschelkalk, die unter der fachlichen Anleitung des Winterhäuser Bildhauers Thomas Reuter von ambitionierten Hobby-Bildhauern geschaffen wurden.
  • Muschelkalkweg: Länge: 8 km. Die Wegführung des Muschelkalkweg führt entlang des Maintals nördlich von Winterhausen über die Maintalhöhen vorbei an Steinbrüchen und Kalkmagerrasen und vorbei an Streuobstwiesen. Der Wanderweg bietet herrliche Ausblicke ins Maintal.

Vereine und Gruppen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Winterhausen liegt an der Staatsstraße 2418 zwischen Würzburg und Ochsenfurt. Nach Sommerhausen führt die Mainbrücke Sommerhausen-Winterhausen, wo Anschluss an die Bundesstraße 13 besteht. Bis in die 1970er Jahre gab es statt der Brücke noch eine Mainfähre und davor bis 1945 die Alte Mainbrücke Sommerhausen-Winterhausen.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Winterhausen/Rathaus
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Winterhausen


Weinbau[Bearbeiten]

Die Weinlage des Ortes heißt Winterhäuser Kaiser Wilhelm und wird gelegentlich auch als „Wilhelmshöh“ bezeichnet. Benannt ist diese nach Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen. Im Ort gibt es zwei Weingüter:

Gastronomie[Bearbeiten]

Ehemalige Gastronomie[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Ehemaliges Unternehmen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 63 Kindern
  • Gemeindebibliothek

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Leonhard Pfeiffer: Winterhäuser Chronik, Verein für Ortsgeschichte Winterhausen, 2013 - 180 S., verfasst 1930/31, erstmals erschienen 1939. Neubearbeitung von Claudia Renninger Hufgard und Klaus Wagner

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Fenske: Politischer und sozialer Protest in Süddeutschland nach 1830, in: Demokratische und soziale Protestbewegungen in Mitteleuropa 1815-1848/49, hrsg. von Helmut Reinalter, Suhrkamp, 1986, S. 170
  2. Ludwig Zimmermann: Die Einheits- und Freiheitsbewegung und die Revolution von 1848 in Franken, Ferdinand Schöningh, Würzburg 1951, S. 455

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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