Stadion an der Frankfurter Straße

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Stadion an der Frankfurter Straße (1999)

Das Stadion an der Frankfurter Straße (auch: Stadion Frankfurter Straße; nach 1982 auch: DJK-Stadion) war ein reines Fußballstadion im Stadtbezirk Zellerau. 70 Jahre lang war das 1912 errichtete Stadion Heimstätte des FV 04 Würzburg, bevor es nach dessen Konkurs am 17. März 1982 in den Besitz der DJK Würzburg überging. Heute befindet sich an dieser Stelle das DJK-Sportzentrum.

Namensgeber[Bearbeiten]

Namensgebend war die Lage an der Frankfurter Straße.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadion an der Frankfurter Straße (Nachkriegszeit)

Das Stadion wurde 1912 eröffnet und erhielt 1925 eine Holztribüne mit 700 Sitzplätzen. In den späten 1920er Jahren war das Stadion Austragungsort von Erstligabegegnungen, nachdem die Fußballer des Eigentümers FV 04 Würzburg zur Saison 1927/1928 in die seinerzeit höchste Spielklasse, die Bezirksliga Bayern, aufgestiegen waren. Höhepunkt in dieser ersten Saison in der Bezirksliga Bayern war ein 4:3-Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister 1. FC Nürnberg. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zählte der FV 04 zu den Gründungsmitgliedern der neu eingeführten höchsten Spielklasse Gauliga Bayern, in denen das Stadion ebenfalls Austragungsort von Erstligabegegnungen war. Einen weiteren Höhepunkt erlebte das Stadion in der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1934/35, als es am 14. April 1935 Austragungsort der Begegnung zwischen der SpVgg Fürth und dem FC Hanau 93 (0:1) war.

Bei den Bombenangriffen auf Würzburg 1945 wurde die alte Holztribüne schwer beschädigt. Die Tribüne wurde deshalb in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen und durch einen - weitaus kleineren - Neubau ersetzt.

Einen Besucherrekord vermeldete das Stadion in der Bayernliga-Saison 1975/1976, als zum Spitzenspiel zwischen den beiden Würzburger Kontrahenten, dem WFV 04 gegen die Kickers, 15.196 Besucher kamen. Das Spiel ging 3:0 für den WFV aus. Zwischen 1976 und 1980 war das Stadion dann über vier Spielzeiten hinweg Austragungsort von Spielen der 2. Liga Süd und gleich in der ersten Saison 1976/1977 zweimal ausverkauft: am 20. November 1976 gegen den späteren Meister und Aufsteiger VfB Stuttgart (0:3) und am 19. Februar 1977 gegen den fränkischen Rivalen 1. FC Nürnberg (2:2), als jeweils rund 15.000 Besucher ins Stadion an der Frankfurter Straße pilgerten.[1]

Ein Jahr nach dem Abstieg aus der zweiten Liga ging der FV 04 in Konkurs und verlor in der Folge 1882 bei einer Zwangsversteigerung auch das traditionelle Stadion, das von der DJK erworben wurde. Im „Tausch“ erhielt der FV 04-Nachfolgeverein Würzburger FV den alten Sportplatz der DJK an der Mainaustraße, auf dem der neue Verein ein kleines Stadion schuf, das rund 3.500 Zuschauern Platz bietet. Es wurde nach dem langjährigen und engagierten Vereinsmitglied Sepp Endres benannt und erhielt die offizielle Bezeichnung Sepp-Endres-Sportanlage.

Die Tribünen des Stadions an der Frankfurter Straße wurden 2005/2006 abgerissen.

Beschreibung der Anlage[Bearbeiten]

Stadion an der Frankfurter Straße, Holztribüne (2005)

Die Gegengerade bildete die größere Tribüne des Stadions: 495 Sitzplätze und etwa 3600 Stehplätze bot die überdachte Tribüne, die sich an der Ostseite etwa von Eckfahne zu Eckfahne erstreckte.

Gegenüber am westlichen Spielfeldrand befand sich eine kleine Holztribüne aus der Nachkriegszeit. Deren Holzbänke boten 187 überdachte Sitzplätze. Unter der Tribüne befand sich eine kleine Gaststätte, das Bier wurde dort noch in Glasflaschen ausgegeben. Neben der Tribüne befanden sich in einem weiteren Gebäude die Umkleidekabinen der Spieler und Schiedsrichter.

Die beiden kleinen Hintertortribünen im Norden und Süden waren mit den überdachten Tribünen verbunden bestanden aus einfachen Stufen. Sie waren nicht überdacht.

Zuschauerkapazität[Bearbeiten]

Das Stadion fasste einst über 15.000 Zuschauer und war damit das größte Fußballstadion der Stadt. Durch Umbaumaßnahmen sank die Kapazität nach dem Zweiten Krieg auf etwa 7.000-8.000 Zuschauer (Stand: 1999).

Heutige Situation[Bearbeiten]

Die DJK Würzburg ließ 2005/2006 alle drei Seiten komplett abreißen und die alte Holztribüne durch einen modernen Neubau parallel zum Ersten Siedlungsweg ersetzen. Siehe DJK-Sportzentrum. Auf der gegenüberliegenden Seite und im Süden wurde ein Teil des Geländes veräußert. Hier befindet sich heute der Rewe-Markt mit Parkplatz.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen/Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Würzburg (Deutschland) » Historische Spiele

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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