St. Michael (Thüngersheim)

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Blick auf Thüngersheim mit der katholischen Pfarrkirche St. Michael
Katholische Pfarrkirche St. Michael in Thüngersheim

Die katholische Pfarrkirche St. Michael prägt das Ortsbild von Thüngersheim und liegt in der Ortsmitte.

Patronat[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche ist dem Erzengel Michael geweiht. Michael war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte (1. Mose 3, 23 - 24). Patrozinium ist am 29. September.

Geschichte der Pfarrei und des Kirchenbaus[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Schon sehr früh fand das Christentum seinen Weg in das Land um den mittleren Main. Im 6. und 7. Jahrhundert erfolgte bei der Besetzung und Besiedlung dieser Gegend durch die Franken neben der Kolonisation auch eine oberflächlichliche Christianisierung. [1] Damals gab es außer in Karlburg auch bereits in Zellingen eine Kirche und ein Frauenkloster. Bei der Reliquienüberführung im Jahre 838 aus Rom nach Fulda nahm die Bevölkerung mit großer Begeisterung teil und begleitete den Zug der Mönche auf dem Weg vom Kloster Holzkirchen zum Main, wo die Reliquien in der Kirche zu Zellingen verehrt wurden. [2]

Mehrere Jahrhunderte gehörte Thüngersheim trotz des dazwischen liegenden Mains zum Sprengel der „Urpfarrei“ Zellingen, der außerdem noch die Orte Retzbach, Himmelstadt und Duttenbrunn umfasste. [3] Erst im Laufe des 13. Jahrhunderts erhielt Thüngersheim eine eigene Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht war. Nachweislich können die in den Untergeschossen des Turmes erhaltenen Teile dem 13. Jahrhundert zugeschrieben werden. [4] Nach dem mittelalterlichen Pfarreirecht wurden aber trotz des eigenen Gotteshauses den Thüngersheimern auch weiterhin alle Sakramente und Sakramentalien nur in der Zellinger Pfarrkirche gespendet. Da die Neugeborenen zur Taufe und die Verstorbenen zur Beerdigung dorthin gebracht werden mussten, wirkte sich diese Vorschrift aufgrund der Entfernung der beiden Orte voneinander und wegen des dazwischen liegenden Mains als ein großes Hindernis für eine geordnete Seelsorge aus. Nachdem die Thüngersheimer ihre Kirche mit liegenden Gütern und Einnahmen ausgestattet hatten, kam der Würzburger Bischof Albrecht II. von Hohenlohe nach sorgfältiger Prüfung am 31. Mai 1353 den Bitten der Thüngersheimer nach, bestätigte deren Stiftung, trennte die Filialkirche Thüngersheim von der Mutterkirche Zellingen ab und erhob sie zur selbständigen Pfarrkirche mit allen dazugehörigen Rechten. Die Abtrennung Thüngersheims erfolgte mit Zustimmung der Äbtissin des Würzburger Benediktinerinnenklosters St. Afra als der Patronatsherrin und des Pfarrers von Zellingen.

Selbständige Pfarrei[Bearbeiten]

Blick in den Kirchhof
Kirchhof mit den ihn begrenzenden Gaden
Gaden begrenzen den südlichen Kirchhof

Als Gotteshaus diente der mittelalterlichen Pfarrei die wohl im 13. Jahrhundert entstandene, am 31. Mai 1353 erstmals erwähnte „sancti Michaelis archangeli cappella seu ecclesia in Tungersheim”. Sie stand an derselben Stelle wie die heutige Kirche und musste unter Julius Echter von Mespelbrunn einem größeren Neubau (dem heutigen Langhaus ohne Chor) weichen. Lediglich im Turm sind noch einige Überreste dieser ersten Pfarrkirche erhalten. Um das Gotteshaus zog sich, umgeben von hohen Mauern, der Kirchhof, die Begräbnisstätte des Dorfes, jedoch nicht in der heutigen polygonalen Form, sondern als ein weites unregelmäßiges Viereck. Innerhalb der Mauerumfriedung standen sogenannte Gaden [5] [6], die zeitweise den ganzen Kirchhof umgaben. Heute sind diese Vorratsspeicher nur noch an der Südseite des Kirchhofs - an der Kirchgasse - erhalten. Es sind zweigeschossige Fachwerkgebäude mit Stein- und Lehmfüllung. Die Schießscharten am Gemeindegaden zeigen heute noch den wehrhaften Charakter der einstigen Kirchhofanlage.

Durch die Errichtung der Pfarrei waren die größten Hindernisse für eine geordnete Seelsorge beseitigt; das religiöse Leben in der Pfarrei konnte wachsen und sich entfalten. Über das religiöse Brauchtum von Thüngersheim ist nichts überliefert, allerdings geben großherzige Stiftungen und die häufige Mitgliedschaft in den Bruderschaften einen Hinweis auf die Frömmigkeitshaltung der damaligen Einwohner. Größere Bedeutung für das religiöse Leben des spätmittelalterlichen Thüngersheim scheint die Marien-Bruderschaft an der Kapelle zu Retzbach gehabt zu haben. [7]

Bauernkrieg und Reformation[Bearbeiten]

Mit der Gründung der Pfarrei hatte das kirchliche Leben in Thüngersheim einen Aufschwung erfahren, der durch das Vordringen der Lehre Martin Luthers nach Franken jäh unterbrochen wurde. Die Thüngersheimer schlugen sich 1525 im Bauernkrieg, vielleicht veranlasst durch den Haufen, der sich im benachbarten Zellingen zur Unterstützung der Aufrührer sammelte, auf die Seite der aufrührerischen Bauern. Nach der Besiegung der Bauern traf die Strafe das Dorf und seine Bewohner empfindlich: Thüngersheim musste den mainabwärts ziehenden bündischen Truppen nicht nur jede Menge Futter, Proviant und Wein liefern und 500 Gulden entrichten, zusätzlich nahmen die Soldaten die Pferde mit und plünderten das Dorf gründlich. So hatte die neue Lehre ein abruptes Ende gefunden und das Dorf kehrte wieder zum alten Glauben zurück. Mit dem Beginn der Regierungszeit des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn wurde Thüngersheim wieder unter die katholischen Pfarreien des Bistums Würzburg gezählt. Dennoch erfolgte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter den Bewohnern abermals eine Hinwendung zum Protestantismus. Dies wurde durch mehrere Faktoren begünstigt:

  • Durch die Lage Thüngersheims an der Straße kamen viele Fremde in den Ort und verbreiteten dort ihre Anschauungen.
  • Da vor allem zur Herbstzeit bei der Weinlese zusätzliche Arbeitskräfte benötigt wurden, die dann sogar längere Zeit im Dorf blieben, kam es vor, dass unter diesen „Saisonarbeitern” sich auch immer wieder Anhänger der neuen Lehre befanden.
  • Dass sich der Einfluss dieser Leute so stark auswirken konnte, ist aber auch dem damaligen Pfarrklerus in Thüngersheim zuzuschreiben. Nachlässigkeiten in der Verrichtung der Amtspflichten und häufiger Wechsel der Geistlichen waren für die Seelsorge nicht gerade förderlich und machten eine Abwehr der reformatorischen Ideen wie auch eine Belebung der alten Frömmigkeit unmöglich.

Die Hinwendung der Thüngersheimer zum Protestantismus wäre in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nur noch eine Frage der Zeit gewesen, jedoch brachte die Regierungszeit Julius Echters auch für die Pfarrei Thüngersheim den Wendepunkt in der Stellung zur Reformation.

Gegenreformation[Bearbeiten]

Echter setzte bei der Durchführung der Gegenreformation auf dem Lande vor allem seinen zuverlässigen Beamtenapparat ein. Alle, die sich den Anordnungen des Fürstbischofs widersetzten, mussten mit einer empfindlichen Strafe rechnen. 1614 konnte der Pfarrer melden: „Alles katholisch und würtzburgisch”. [8] Nach mehr als drei Jahrzehnten hatte das Wirken Echters auch in Thüngersheim Früchte getragen. Das Dorf war wieder vollständig zum alten Glauben zurückgekehrt.

Sollte allerdings die Rückkehr des Dorfes zum Katholizismus Bestand haben, so war es als weitere Aufgabe die Restauration, die Erneuerung und Vertiefung des religiösen Lebens beim Volk. Alle Bemühungen um eine Beseitigung der religiösen Unwissenheit und um eine Behebung der Missstände waren in früheren Jahren vor allem auch deshalb gescheitert, weil die Vollzugsbeamten der Bischöfe in den Landespfarreien (Amtskeller, Schultheiß und Pfarrer) etwaigen Reformmaßnahmen meist gleichgültig oder ablehnend gegenübergestanden waren. Eine erfolgreiche Erneuerung und Vertiefung des religiösen Lebens bei den Gläubigen erforderte daher als Grundlage und Voraussetzung einen guten Pfarrklerus, der - in religiöser, sittlicher und lehrmäßiger Hinsicht einwandfrei - den Pfarrkindern mit gutem Beispiel voranging und die Anweisungen des Bischofs genau durchführte. Zur Erreichung dieser Ziele entfernte Julius Echter in Thüngersheim ungeeigente Pfarrer. Ebenso schuf er die Voraussetzungen, ohne die selbst ein gesunder und fähiger Klerus nicht erfolgreich wirken und bestehen konnte. Die Einkünfte und Gerechtigkeiten der Pfarrpfründe mussten auf Heller und Pfennig genau abgerechnet werden. Vorhandene Mänge an Kirche und Pfarrhof, fehlende Geräte und Gewänder mussten bei den jährlichen Visitationen dem Bischof gemeldet werden. 1589 wurde auf Echters Drängen und mit seiner Hilfe der Pfarrhof neu gebaut.

Die im Spätmittelalter erbaute Pfarrkirche St. Michael war im Laufe der Jahrhunderte baufällig und bei der wachsenden Zahl der Gläubigen allmählich zu klein geworden. Vor allem der Turm befand sich in einem sehr schlechten Zustand. 1593 wurden die drei vorhandenen Geschosse um zwei weitere erhöht und ein neuer Dachstuhl mit einer spitzen Pyramidenhaube („Echter-Nadel“) aufgesetzt. 1601 wurde die alte Kirche bis auf den bereits renovierten Turm abgerissen und mit dem Neubau eines einschiffigen Langhauses nach Plänen des bischöflichen Baumeisters Caspar Hickmann begonnen, der 1603 vollendet war. Am 20. Juni 1604 konsekrierte der Würzburger Weihbischof Eucharius Sang das neue Gotteshaus. Die Kanzel, die heute noch vorhanden ist, wurde im Jahre 1605 vollendet. Der Taufstein wurde wahrscheinlich aus der alten Kirche übernommen, wie die Bezeichnung dieser heute noch erhaltenen Renaissancearbeit mit der Jahreszahl 1590 vermuten lässt.

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

Mit dem Einfall der Schweden in das Hochstift Würzburg im Herbst 1631 begann auch für Thüngersheim die Zeit der Not. Zwar blieb die Gemeinde im weiteren Verlauf der schwedischen Herrschaft durch die Anwesenheit einer teuer erkauften „Savla guardia“ [9] von Plünderungen und Übergriffen der durchziehenden Soldaten verschont, häufige Einquartierungen und die dauernde Abführung größerer und kleinerer Geldbeträge als Abgabe nach Karlstadt bedeuteten aber auch weiterhin ein sehr starke Belastung. Die Unsicherheit und Verwirrung der Kriegsjahre wirkte sich auch auf das kirchliche Leben Thüngersheims aus. In den Jahren 1631 und 1635 (Einfall der Kroaten) blieb auch das Gotteshaus von Plünderungen nicht verschont. Die seelsorgerische Betreuung der Gläubigen konnte trotz der unruhigen Zeiten aufrechterhalten werden. Allerdings kamen durch die Wirren der Zeit vielfach die alten Übel wieder zum Vorschein. 1641 wurden die Thüngersheimer bei der Visitation wegen des Verlassen des Gottesdienstes während der Predigt gerügt. [10] Allgemein aber trugen die jahrelangen Bemühungen um die Befestigung der Bevölkerung im Katholizismus ihre Früchte und trotz der Not und Teuerung hörten die Stiftungen in das Gotteshaus nicht auf. So konnten die in den Kriegsjahren geplünderten heiligen Geräte wieder neu angeschafft werden. Trotz manch schwerer Belastungen hatte das kirchliche Leben in Thüngersheim die Kriegsjahre verhältnismäßig gut überstanden und es war somit eine gute Grundlage vorhanden, auf der sich die Pfarrei im Zeitalter des Barock weiter entfalten konnte.

Zeitalter des Barock und der Aufklärung[Bearbeiten]

Thüngersheim erholte sich relativ schnell von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges und bereits 1649 hatte der Ort wieder 800 Einwohner. [11] Infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs flossen die Spenden der Gläubigen reichlich und so konnte die Kirche 1654 gänzlich renoviert werden.

Das erste Zeugnis einer Urbanbruderschaft in Thüngersheim („fraternitas non approbata“) ist für das Jahr 1669 überliefert [12], allerdings scheint diese damals schon einige Zeit existiert zu haben. Ihr Alter lässt sich zwar nicht feststellen, doch scheint der heilige Urban schon seit längerer Zeit in Thüngersheim verehrt worden zu sein. Bereits im Hochaltar der alten Kirche befand sich eine geschnitzte Urban-Figur. Der Urbanstag (25. Mai) war in Thüngersheim Feiertag. Es wurde ein Hochamt gehalten und anschließend fand eine Prozession um das Dorf mit den vier Evangelien, aber ohne das Allerheiligste, statt.

Am 9. Mai 1690 wurde durch Dr. Thomas Höffling aus Würzburg, Kapitular im Stift Haug und Mitglied des Geistlichen Rates, der Grundstein für einen neuen, geräumigeren Chor im Westen des Langhauses gelegt. Die Ausführung besorgte der Würzburger Werkmeister Christian Hermann. Die im Wege stehenden Gaden an der Westseite des Kirchhofs wurden abgebrochen. Zu beiden Seiten des Chorbogens wurden Barockaltäre (Marien- und Sebastiansaltar) errichtet und an der Turmseite an der Stelle der bisherigen Altäre eine Empore geschaffen. Am 1. September 1687 begann der einheimische Schreiner Neidhart Uhl mit dem Aufrichten des Hochaltars, den die Geschwister Jakob und Gertraud Reuter schon vor dem Chorbau hatten anfertigen lassen. Der Altar stand seit 1688 vor dem Emporenbau zunächst noch im ehemaligen Chor im Turm und wurde nach 1691 in den neuen Chor nach Westen versetzt.

In diesem Jahren entstanden auch das Sandstein-Portal an der Südseite der Kirch mit dem Wappen des Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg, das einfachere Portal an der Nordseite, im Kircheninnern das Kruzifix mit Mater dolorosa, die Figur des heiligen Joseph und des heiligen Evangelisten Johannes sowie das geschnitzte Vierzehn-Nothelfer-Bild mit St. Christophorus in der Mitte. Die Kalkdecke des Langhauses (mit den vier Gemälden in oblongen Kartuschen) wurde 1693 eingezogen.

War man bei der Ausgestaltung der Kirche noch in weitem Umfang von auswärtigen Kräften abhängig gewesen, so brachte der Ort Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts in der Malerfamilie Urlaub selbst Künstler hervor, die zunächst in der näheren Umgebung, später auch über die Grenzen der engeren Heimat hinaus Bedeutung und Ruhm erlangten.

Der wirtschaftliche Wohlstand und die geistig-kulturelle Aufgeschlossenheit führten in Verbindung mit den Frömmigkeitsformen der Barockzeit auch im kirchlichen Bereich zu einer neuen Blütezeit. Das religiöse Leben in der Pfarrei Thüngersheim erreichte in diesen Jahren eine vorher nicht gekannte Entfaltung und Steigerung. So sehr die Feier der Liturgie in der Zeit des Barock auch ausgestaltet und erhöht wurde, am stärksten fand das Aufblühen des religiösen Lebens seine Ausprägung in der privaten Frömmigkeit, was in Thüngersheim vor allem an der wachsenden Beliebtheit der Bruderschaften, an der Vielfalt der Prozessionen und an der Spendenfreudigkeit der Gläubigen zu beobachten ist.

Da die bisherige Orgel, ein altes Positiv aus dem Benediktinerkloster St. Stephan, den gesteigerten Ansprüchen nicht mehr genügte, wurde am 2. November 1721 mit dem Orgelmacher Johann Hofmann aus Würzburg ein Akkord über eine neue Orgel für die Pfarrkirche Thüngersheim abgeschlossen. Die Ausschmückung der Orgelempore wurde am 15. Juni 1725 einheimischen Kräften übertragen. Bei kostenloser Stellung des zum Gerüst notwendigen Holzes durch die Gemeinde verpflichteten sich die Kunstmaler Georg Sebastian Urlaub und Philipp Kern zur Ausgestaltung der Empore mit den Holztafelgemälden „Christus mit zwölf Apostel”.

1733 wurde die auf dem Kirchhof südlich neben dem Gotteshaus gelegene Ölbergkapelle gebaut, die auf ein zu diesem Zwecke gestiftetes Legat der Witwe Margaretha Franz aus dem Jahre 1729 zurückgeht.

Neuzeit[Bearbeiten]

Zwischen 1978 und 1981 wurde der Kirchenbau renoviert und durch Anfügung von zwei querhausartigen Seitenschiffen nach Plänen des Würzburger Architekten Günter Marquart vergrößert. Die Weihe des Volksaltares nahm am 27. September 1981 Bischof Paul-Werner Scheele vor. Eine weitere Renovierung erfolgte 2009 unter der Leitung des Architekturbüros Wiener aus Karlstadt (Landkreis Mainspessart).

Bildergalerie[Bearbeiten]

Innenraum[Bearbeiten]

Kunstwerke[Bearbeiten]

Holztafelgemälde[Bearbeiten]

Die Holztafelgemälde „Christus mit zwölf Apostel” aus dem Jahr 1725 sind Schöpfungen der einheimischen Maler Philipp Kern und Georg Sebastian Urlaub. Die Halbbrustbilder der Apostel sind in dunklen Farben gemalt und zeigen das jeweilige Apostelsymbol. Ursprünglich schmückten die Bilder die Orgelempore, die die ganze Breite des Kirchenschiffs einnahm. 1859 wurde bei der Erweiterung der Kirche eine Seitenempore angesetzt und man brachte die Bilder vollständig an dieser an. Im Jahre 1981 wurde bei der jüngsten Kirchenrenovierung ein großer Teil der Bilder in Rahmen an der Wand des nördlichen Seitenschiffes angebracht, fünf Bilder verblieben an der verkürzten Seitenempore. Das Christusbild hängt seitdem über der Sakristeitüre. Statt Judas Ischarioth ist nicht - wie üblich - Matthias als 12. Apostel abgebildet, sondern Paulus.

Petrus-Canisius-Kapelle[Bearbeiten]

An der Südseite des Chores befindet sich die alte Sakristei mit zwei gratigen Kreuzgewölben, die in jüngster Vergangenheit zu einer Kapelle für den umgestaltet wurden, die dem Heiligen Petrus Canisius geweiht wurde. Neben einer Reliquie dieses ersten deutschen Jesuiten, der 1521 bis 1597 lebte und ein besonderer Verehrer des hl. Michael war, erinnern noch ein schlichtes Kreuz und ein Bild an diesen Heiligen.

Geläut[Bearbeiten]

Vom Echter-Turm der Pfarrkirche ertönt seit Oktober 1988 ein fünfstimmiges Glockengeläute. Die große, über 20 Zentner schwere Glocke, die 1988 bei Perner in Passau gegossen wurde, trägt als einzige Glocke im Dekanat Würzburg rechts des Mains den Namen der drei Frankenapostel.

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Die Pfarrei St. Michael in Thüngersheim bildet zusammen mit der Pfarrei St. Maternus (Güntersleben) seit 1. September 2003 die Pfarreiengemeinschaft Güntersleben-Thüngersheim.

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Glaab: Thüngersheim. Gegenwart und Vergangenheit einer mainfränkischen Winzergemeinde. Thüngersheim 1982
  • Felix Mader: Die Kunstdenkmäler von Unterfranken und Aschaffenburg. Heft III, Bezirksamt Würzburg, München 1911, S. 157-164
  • Bruno Remling (OSA): Die Geschichte der Pfarrei Thüngersheim in der Zeit von 1353 bis 1803. in Würzburger Diözesangeschichtsblätter 31. Band, Hrsg.: Im Auftrag des Würzburger Diözesangeschichtsverein von Theodor Kramer, Theobald Freudenberger und Alfred Wendehorst, Würzburg 1969, S. 64 - 142

Weblinks[Bearbeiten]

Erklärungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 1. Die Bischofsreihe bis 1254 (Germania Sacra N. F. 1), Walter de Gruyter & Co., Berlin/New York 1962, S. 10
  2. Konrad Lübeck: Fuldaer Nebenklöster in Mainfranken. Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 2 (1950), S. 33-37.
  3. Paul Schöffel: Herbipolis Sacra, Würzburg 1948, S. 22
  4. Friedrich Oswald: Würzburger Kirchenbauten des 11. und 12. Jahrhunderts in: Mainfränkische Hefte 45 (1966), S. 194
  5. Siehe Altdeutsches Wort „Gaden”
  6. Nähere Informationen zum Begriff „Gaden“ bei Wikipedia [1]
  7. Sebastian Zeißner: Die Priesterbruderschaften im Bistum Würzburg im Spätmittelalter in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 4/II (1936), S. 57 f.
  8. Bischöfliches Ordinariatsarchiv Würzburg, Dekanat Karlstadt - Visitationsrelation 1614
  9. Nähere Informationen zur „Salva guardia“ bei Wikipedia [2].
  10. Bischöfliches Ordinariatsarchiv Würzburg, Dekanat Karlstadt - Visitationsrelation 1641
  11. Bischöfliches Ordinariatsarchiv Würzburg, Dekanat Karlstadt - Visitationsrelation 1649
  12. Pfarrarchiv Thüngersheim, Pfarrmatrikel I, S. 617

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