Sommerhausen

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Sommerhausen
Ortstyp Markt
Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen WÜ / OCH
Höhe 181 m ü. NN
Fläche 7,22 km²
Einwohner 1661
Bevölkerungsdichte 230 Ew./m²
Gemeindekennzahl 09 6 79 187
Anschrift Hauptstraße 15

97286 Sommerhausen

Telefon 09333-216
Telefax 09333-8226
E-Mail rathaus@sommerhausen.de
Webseite http://www.sommerhausen.de
1. Bürgermeister Fritz Steinmann
Wappen
Wappen Sommerhausen.jpg
Sommerhausen Logo.jpg
Schloss Sommerhausen
Historischer Ortsrundgang Sommerhausen

Sommerhausen ist eine Weinbaugemeinde im Landkreis Würzburg im Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern und ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sommerhausen liegt im Maindreieck an der rechten Flussseite zwischen den Städten Würzburg und Ochsenfurt an der Bundesstraße 13.

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Die Namen der beiden gegenüberliegenden Marktgemeinden Sommerhausen und Winterhausen geht auf den jeweiligen Ortspatron und den Zeitpunkt des Patroziniums zurück. So ist der Gedenktag des Hl. Bartholomäus im Sommer.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Steininschrift aus dem Jahre 986 im Kreuzgang des Würzburger Andreasklosters werden unter den Gütern und Einkünften des Klosters unter anderen die Orte „Ahusen, Buchelit et Altertheim“ genannt, wobei mit Ahusen das heutige Winterhausen und Sommerhausen gemeint ist. Sommerhausen war schon seit dem Mittelalter eine bedeutende Gemeinde am Main. Sie unterstand nicht dem Fürstbischof von Würzburg. Die Einwohner bekannten sich zur Reformation, so dass Sommerhausen eine protestantische Enklave im vorwiegend katholischen Mainfranken ist.

Als Teil der durch Bayern mediatisierten Herrschaft Speckfeld der Erben der Grafen von Limpurg-Rechteren kam Sommerhausen 1810 bei Gebietsbereinigungen an das Großherzogtum Würzburg, mit dem es 1814 an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die Gerichtsbarkeit lag jedoch noch bis zum 1. Oktober 1848 bei den Grafen von Rechteren-Limpurg (Herrschaftsgericht Sommerhausen).

Am 7. Juli 1827 reiste König Ludwig I. durch Sommerhausen.

Im Jahr 1832 fand in Winterhausen eine Verfassungsfeier statt. [1]

Nachdem es im ersten Quartal 1848 auch in Unterfranken zu Unruhen gekommen war rief die Regierung am 11. März 1848 zu Ruhe und Ordnung auf da ja nun die Pressefreiheit hergestellt und Parlamentswahlen in Aussicht gestellt seien. Um dies sicher zu stellen wurde eine der Polizei unterstellte Sicherheitswache aufgestellt und am 28. April zu diesem Zweck 75 Gewehre vom Zeughaus in Würzburg an Sommerhäuser Bürger ausgegeben. Um Unmut in der Bevölkerung zu vermeiden wurde seitens der Gemeinde um Begrenzung der Bürokratie und Exerziertätigkeit gebeten. Die Sympathien lagen aber wohl in der Bevölkerung eher auf Seite der Bewegung, weswegen die Wache letztlich zum Selbstschutz der Bevölkerung fungierte und die Gewehre nach Anordnung vom 15. April 1849 wieder beim Zeughaus abgeliefert wurden.

Bei den Urwahlen für das Paulskirchenparlament am 25. April 1848 (Frankfurter Nationalversammlung) wurden aus Sommerhausen der Herrschaftsrichter Zwanziger und Apotheker Rummel (Vorsitzender des Sommerhäuser Märzvereins [2]) als Wahlmänner gewählt. [3]

Bis zum Oktober 1848 als das Ablösungsgesetz vom 4. Juni 1848 in Kraft trat, hatten die Einwohner auch noch Frondienste an die Grafen zu leisten, so z. B. die ersten Feldfrüchte zum herrschaftlichen Schloss in Markt Einersheim zu bringen. Daran entzündete sich im Revolutionsjahr 1848 in Winterhausen ein Bürgerprotest. Winterhäuser Bürger hielten eine Versammlung ab bei der sich die Bürger Hamm, Michels und der Schneider Vial als maßgebliche Stimmen etablierten. Man beschloss die schriftlich fixierten Forderungen direkt beim herrschaftlichen Schloss in Sommerhausen zu übergeben. Die unbewaffnete Gruppe konfrontierte der Polizeidiener von Sommerhausen mit seinem gezückten Säbel und der Rückendeckung durch ortsansässige „junge Leute“. Ein Winterhäuser entwaffnete den Polizeidiener, zerbrach den Säbel und warf diesen zu Boden. Die Gruppe zog darauf weiter zum Schlossgarten, wobei sich nun auch einige Sommerhäuser einreihten. Vial übergab dem Herrschaftsrichter Mayer die Forderungen wobei dieser einwilligte sie dem Grafen zukommen zu lassen (siehe auch Geschichte von Winterhausen) [4].

Am 22. Juni 1849 schifften sich 160 bewaffnete Männer, zumeist Handwerksburschen, in Schweinfurt ein und fuhren bis Sommerhausen um von dort zu Fuß nach Tauberbischofsheim zu gelangen um sicher der Badischen Revolution anzuschließen.

Wappen[Bearbeiten]

Waagrecht geteilt von Blau und Silber; oben eine goldene Sonne, unten eine blaue Traube zwischen zwei grünen Blättern. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zeigen drei Siegel, deren ältestes mit 1664 datiert ist, das durch die Sonne auf den Ortsnamen, durch die Traube auf den bedeutenden Weinbau hinweisende Bild im Schild. Im ersten Siegel ist die Traube aufwärts gerichtet, seit dem 18. Jahrhundert findet sich die jetzige Gestaltung. Die Bürgermeistermedaille von 1819, mehrere Ortssiegel des 19. Jahrhunderts und das Schrifttum übernahmen das Wappen und zeigen fast übereinstimmend die gleichen Farben wie Hupps Abbildung. Diese können an das Wappen der Limpurg erinnern, deren Linie Speckfeld ein Amt in dem stark befestigten und wegen seiner Wohlhabenheit bekannten Markt einrichtete. [5]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Ortsbefestigung Sommerhausen
  • Zentral im Altort liegt das 1558 erbaute Rathaus mit markantem Treppengiebel und Spitzbogenarkaden zur Straße hin. Wie viele andere Bauwerke im Ort wurde es mit Muschelkalk-Bruchsteinen aus den umliegenden Steinbrüchen erbaut. Im Rathaus befindet sich die Ratsbibliothek mit Werken aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Hans-Jörg-Brunnen verkörpert das Marktrecht Sommerhausens.
  • Beliebtes Fotomotiv ist das Schloss Sommerhausen.
  • Entlang der Hauptstraße und über den Ort verteilt findet man zahlreiche Fachwerkhäuser. Sehenswert ist beispielsweise das Alte Eichamt mit Außentreppe.
  • Zu den Sehenswürdigkeiten zählen auch die beiden Kirchen, sowie die reich reliefierte, steinerne Freikanzel unter turmartigem hölzernem Dachaufbau am Friedhof aus dem Jahr 1609.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Parks und Erholungsanlagen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Hotels[Bearbeiten]

Gaststätten[Bearbeiten]

Cafés[Bearbeiten]

Weingüter[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Sommerhausen/Abzw. Erlach, Sommerhausen/Kirchplatz, Sommerhausen/Gh. Schwanen
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Winterhausen


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Furkel: Sommerhausen in Wort und Bild. 2. Auflage, Selbstverlag der Gemeinde Sommerhausen, Würzburg 1970

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Hans Fenske: Politischer und sozialer Protest in Süddeutschland nach 1830, in: Demokratische und soziale Protestbewegungen in Mitteleuropa 1815-1848/49, hrsg. von Helmut Reinalter, Suhrkamp, 1986, S. 170
  2. Die Märzvereine waren 1848 von der radikalen Partei über das ganze Land hin organisiert und erstrebten die Anerkennung des Frankfurter Parlaments und der von diesem aufgestellten Verfassung durch die Fürsten. Sie dienten vor allem der Zusammenfassung des Volkes gegenüber der Fürstengewalt. Der Vorstand des Sommerhäuser Märzvereins war der Apotheker Rummel. Eine besonders hervortretende Betätigung desselben ist nicht zu verzeichnen. Er löste sich Anfangs Juni 1849 wieder auf. (Quelle: Georg Furkel: Sommerhausen in Wort und Bild. 2. Auflage, Selbstverlag der Gemeinde Sommerhausen, Würzburg 1970, S. 87)
  3. Leonhard Pfeiffer: Winterhäuser Chronik, Verein für Ortsgeschichte Winterhausen, 2013 S. 24
  4. Leonhard Pfeiffer: Winterhäuser Chronik, Verein für Ortsgeschichte Winterhausen, 2013 - 180 S., verfasst 1930/31, erstmals erschienen 1939. Neubearbeitung von Claudia Renninger Hufgard und Klaus Wagner, S. 22
  5. Wappendatenbank des Bezirk Unterfranken

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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