Polizei

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Polizei
Hinweistafel an der Festung Marienberg
Vor dem Einsatz als Begleitung des Stadtradelns

In Würzburg ist die Polizei mit mehreren Dienststellen und Einrichtungen vertreten. Im Zuge der Polizeireform wurden am 30. Oktober 2012 die Würzburger Polizeiinspektionen West (Weißenburgstraße) und Ost (Augustinerstraße) formell zu einer gemeinsamen Polizeiinspektion Würzburg-Stadt mit fast 300 Polizeibeamten und -angestellten zusammengelegt. [1] Die Dienststelle befindet sich gegenwärtig noch vorübergehend im Verwaltungsgebäude der Firma Glas Keil in der Nürnberger Straße 37 und soll nach der Generalsanierung und Erweiterung des Dienstgebäudes in der Augustinerstraße ab etwa 2014 dort beheimatet sein. [2] [3]

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1831 bis 1887 befand sich das Polizeigebäude (als Einrichtung des Stadtmagistrats) in der Karmelitengasse 12. [4]

Die Entwicklung der Polizeiorganisation in Unterfranken nach 1945[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wurde im Mai 1945 vom Regierungspräsidenten von Mainfranken mit Genehmigung des US Military Government ein „Chef der Landpolizei beim Regierungspräsidium in Würzburg“ mit der Neuorganisation der Landpolizei beauftragt.

Stadtpolizei Würzburg[Bearbeiten]

Abzeichen der ehemaligen Stadtpolizei Würzburg

Als kreisunmittelbare Gemeinde gemäß Art 93 GO 1869 bzw. Art. 54 Abs. 1 GO 1927 kam der Stadt Würzburg außer der Verwaltung der Ortspolizei auch die der Bezirkspolizei zu. Während die Orts- und Bezirkspolizei direkt dem Stadtrat unterstellt waren, unterstand die Sicherheitspolizei dem Ersten Bürgermeister.

Ab 1946 ließ die amerikanische Besatzungsmacht im Freistaat Bayern in allen Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern die Bildung einer kommunalen Polizei zu. So wurde in 15 Städten und einem Markt eigene Stadt- bzw. Gemeindepolizeien errichtet, so auch die Stadtpolizei Würzburg. Nach der Neufassung des Polizeiorganisationsgesetzes vom 15. Oktober 1954 überführte man die zuvor gebildeten Kommunalpolizeien stufenweise in die Landpolizei. Die Stadtpolizei war in allen Stadtteilen vor Ort. So bestand die Polizeiwache Frauenland in der Wittelsbacherstraße 3 im Anbau der Filiale der Städtischen Sparkasse. Später war dort eine Gemeinschafts-Zahnarztpraxis untergebracht und 2012 abgerissen. Die Beamten trugen dunkelblaue Uniformen und als Funkstreifenwagen dienten meist VW-Käfer. Die Stadtpolizei Würzburg wurde am 1. Oktober 1973 verstaatlicht.

Kriminalpolizei[Bearbeiten]

In Unterfranken fungierte zunächst ein Sonderbeauftragter für die Bearbeitung schwerer Kriminalfälle, der im Herbst 1945 in Kitzingen eine Kriminalstelle der Landpolizei einrichtete. Diese verlegte man 1960 nach Würzburg.

Verkehrspolizei[Bearbeiten]

Streifenwagen in der Fußgängerzone

Die eingerichtete Kradverkehrsstreife wurde am 27. Dezember 1945 zur Verkehrsbereitschaft, am 10. Mai 1946 zur motorisierten Landpolizei-Verkehrsstreife mit Dienstsitz in Höchberg, bis dann im Juni 1946 bei jeder Bezirksinspektion eine Verkehrs-Streifengruppe aufgestellt wurde.

Nach der Neufassung des Polizeiorganisationsgesetzes vom 15. Oktober 1954 überführte man die zuvor gebildeten Kommunalpolizeien stufenweise in die Landpolizei.

Gebietsreform 1972[Bearbeiten]

Mit der Gebietsreform von 1972 erhielt die Landpolizei generell die Bezeichnung „Landespolizei“. In Anpassung an die neue Gebietseinteilung wurden am Sitz der nunmehrigen Landratsämter Landespolizeiinspektionen mit nachgeordneten Landespolizeistationen errichtet. Der Landespolizeiinspektion Würzburg waren die Landespolizeistationen Würzburg und Ochsenfurt nachgeordnet. Nach Verstaatlichung der Stadtpolizei Würzburg am 1. Oktober 1973 wurde die Landespolizeiinspektion aufgelöst. Der Polizeidirektion Würzburg wurden die Landespolizeistationen Würzburg-Stadt, Würzburg-Land und Ochsenfurt unterstellt. Jede Polizeidirektion verfügte über eine Kriminalpolizeiinspektion, eine Verkehrspolizeiinspektion und eine Wasserschutzpolizeistation. In Würzburg gibt es ausnahmsweise zwei Wasserschutzpolizeistationen, nämlich Lohr und Würzburg.

Polizeireform in Würzburg[Bearbeiten]

Bis zum 30. Oktober 2012 waren in Würzburg zwei Polizeiinspektionen für das Stadtgebiet von Würzburg zuständig:

Polizeiinspektion Würzburg-Stadt
  • Der örtliche Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Würzburg-Ost, die seit 1958 in der Augustinerstraße beheimatet war, umfasste das gesamte Stadtgebiet östlich der Mainlinie. Hierzu gehörten die Innenstadt mit Fußgängerzone und die Stadtteile Frauenland, Sanderau, Grombühl, Versbach, Oberdürrbach, Unterdürrbach, Lengfeld sowie das Industriegebiet Ost. Im selben Gebäude befand sich die Wasserschutzpolizei und eine Abteilung der Verkehrspolizei-Inspektion Biebelried.

Beide Inspektionen sollen in der Augustinerstraße als neue Polizeiinspektion Würzburg-Stadt baulich vereinigt werden: Im Zuge dessen wird das ehemalige Dienstgebäude der Inspektion Würzburg Ost seit Ende 2012 für 18,7 Millionen Euro generalsaniert und mit einem Erweiterungsbau versehen. Der bisherige, marode Erweiterungsbau in Richtung Gotengasse wird abgerissen, das Erscheinungsbild des unter Denkmalschutz stehenden Hauptgebäudes mit seiner Fassadenstruktur und dem überdachten Eingangsbereich soll erhalten bleiben.

Vor dem Gebäude soll links eine kleine, öffentliche Grünanlage entstehen, hinter dem Gebäude wird ein historischer Pavillon der Öffentlichkeit wieder zugänglich. [5] [3]

Ziel der Zusammenlegung ist eine straffere und schlankere Verwaltung und Organisation und eine Bündelung der Kräfte. Anfängliche Pläne, in das ehemalige US-Militär-Krankenhaus in der Mariannhillstraße umzuziehen, wurden vorher aus Kostengründen verworfen.

Dienststelle der Bundespolizei[Bearbeiten]

► siehe: Bundespolizeiinspektion Würzburg

Dienststellen der Landespolizei[Bearbeiten]

Brusttaschenanhänger Polizeipräsidium Unterfranken

Polizeipräsidium Unterfranken[Bearbeiten]

In der Frankfurter Straße 79 befindet sich das Polizeipräsidium Unterfranken, eine dem Bayerischen Staatsministerium des Innern unmittelbar nachgeordnete Dienststelle. Das Präsidium ist zuständig für die Regionen Bayerischer Untermain, Main-Rhön und Mainfranken. Etwa 1,4 Millionen Menschen leben in diesen Regionen auf einer Fläche von 8.532 Quadratkilometern. Geführt wird die unterfränkische Polizei von Polizeipräsident Gerhard Kallert.

Dem Polizeipräsidium sind gegenwärtig 21 Polizeiinspektionen, zwei Polizeistationen (Gemünden und Bad Königshofen), vier Kriminalpolizeiinspektionen und drei Verkehrspolizeiinspektionen unmittelbar nachgeordnet. Für die Sicherheit treten 2433 Polizeibeamte, darunter 378 Beamtinnen ein. Davon sind 343 Beamte bei der Kriminalpolizei tätig. [6]

Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Unterfranken[Bearbeiten]

Im selben Gebäude wie das Polizeipräsidium Unterfranken befindet sich außerdem die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Unterfranken. Diese ist für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität im gesamten Regierungsbezirk zuständig.

Neben dieser Aufgabe werden bei der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Unterfranken auch Straftaten von besonderer Gefährlichkeit bearbeitet, die dieser durch das Polizeipräsidium Unterfranken im Einzelfall zugewiesen werden. Darüberhinaus hat die Dienststelle auch Spezialisten, die sich mit Finanzermittlungen und mit der Vermögensabschöpfung bei Straftätern befassen.

Polizeiinspektion Würzburg-Land und Kripo

Polizeiinspektion Würzburg-Land / Kriminalpolizei[Bearbeiten]

In der Weißenburgstraße 2 befindet sich in der auch die Dienststelle für den Landkreis Würzburg (68 Ortschaften in 37 Gemeinden; 125.000 Menschen etwa). Schwerpunktmäßig agiert die Inspektion im Altlandkreis Würzburg, da Ochsenfurt eine eigene Inspektion hat.

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Würzburg-Land umfasst die Städte und Gemeinden von Altertheim, Bergtheim, Eisenheim, Eisingen, Erlabrunn, Estenfeld, Gerbrunn, Geroldshausen, Greußenheim, Güntersleben, Hausen bei Würzburg, Helmstadt, Hettstadt, Höchberg, Holzkirchen, Kirchheim, Kist, Kleinrinderfeld, Kürnach, Leinach, Margetshöchheim, Neubrunn, Oberpleichfeld, Prosselsheim, Randersacker, Reichenberg, Remlingen, Rimpar, Rottendorf, Theilheim, Thüngersheim, Uettingen, Unterpleichfeld, Veitshöchheim, Waldbrunn, Waldbüttelbrunn, Zell am Main.

Im selben Gebäude ist auch die Kriminalpolizeiinspektion Würzburg (Zuständig für Stadtgebiet Würzburg sowie die Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart). Die Kriminalpolizeiinspektion Würzburg ist eine der drei größten Kriminalpolizeidienststellen in Bayern.

Das alte Gebäude ist ein zweigeschossiger Walmdachbau mit Mittelrisalit und Attika, Putzfassade mit sparsamer Gliederung, in spätklassizistischem Stil um 1850.

Schiff P 20 der Wasserschutzpolizeigruppe Würzburg

Polizeiinspektion Würzburg-Stadt[Bearbeiten]

Am 1. September 2006 wurden die Wasserschutzpolizeistationen als WSP-Gruppen in die örtlichen Dienststellen integriert. Der örtliche Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt umfasst das gesamt Stadtgebiet. Hierzu gehören alle Stadtbezirke. Der Inspektionsbereich hat eine Fläche von 87,65 km². Die Betreuung von Versammlungen sowie von Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet obliegt ebenfalls der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt. Die Dienststellen befinden sich gegenwärtig in der Nürnberger Straße 37 und der Weißenburgstraße 2, sollen aber um 2014 in der Augustinerstraße zusammengelegt werden. Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt ist außerdem Sitz der Wasserschutzpolizeigruppe Würzburg mit dem Streckenboot P 20. Das Schiff ist 14 Meter lang, 15 Tonnen schwer, 40 km/h schnell und wurde für 830.000 Euro angeschafft. Die Indienststellung erfolgte 2011. [7] Der Liegeplatz des Streckenbootes befindet sich in einer auf Pontons errichteten Blechhalle an der Mole im Alten Hafen.

Polizeiinspektion Ochsenfurt[Bearbeiten]

alte Polizeinspektion Ochsenfurt Strickleinsweg

Der Dienstbereich liegt im Wesentlichen in den Grenzen des Altlandkreises Ochsenfurt mit etwa 35.000 Einwohnern, davon 11.500 in Ochsenfurt selbst. Die Polizeidienststelle befindet sich in der Tückelhäuser Straße (linksmainisch). Bis März 2017 befand sich die Dienststelle im Strickleinsweg. Das ursprüngliche Wohnhaus wurde für die Polizei umgebaut, eignete sich aber zunehmends vor allem wegen Platzmangel nicht mehr für den Dienstbetrieb. Nach langen Warten auf die Freigabe der Gelder des Innenministeriums in München wurde im April 2015 mit dem Neubau in der Tückelhäuser Straße begonnen. Die neue Dienststelle wurde im März 2017 bezogen. Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Ochsenfurt umfasst die Städte und Gemeinden von Aub, Bieberehren, Bütthard, Eibelstadt, Frickenhausen, Gaukönigshofen, Gelchsheim, Giebelstadt, Ochsenfurt, Riedenheim, Röttingen, Sommerhausen, Sonderhofen, Tauberrettersheim, Winterhausen. Seit 3. Februar 2017 übernimmt die Dienststelle auch grenzpolizeiliche Aufgaben in der Grenzübergangsstelle Giebelstadt am Flugplatz Giebelstadt.

Bereitschaftspolizei / Unterstützungskommando (USK)[Bearbeiten]

Haupteingang zur Kaserne der Bereitschaftspolizei

In der Sedanstraße 52 befindet sich in der Mainau-Kaserne seit 20. Februar 1954 die Abteilung III der Bayerischen Bereitschaftspolizei (BePo; Einsatzabteilung und Ausbildungsstandort). Die Bepo umfasst auch einen Zug des in Bayern aufgrund diverser Vorfälle umstrittenen Unterstützungskommandos (USK). Die Einsatzeinheiten der BePo (grün gekleidet) und das USK (schwarz gekleidet) werden unterstützend zur Schutzpolizei für Großveranstaltungen, wie z.B. Demonstrationen und Fußballspiele, eingesetzt.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Sondereinsätze[Bearbeiten]

  • Während des Kiliani-Volksfestes ist die Polizei mit einer Wache auf dem Festgelände vertreten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Neue Polizeiinspektion hat ihren Sitz bald in der Aumühle“ (22. Oktober 2012)
  2. Main-Post: „Polizei in der Augustinerstraße: Hinter alter Fassade eine neue Inspektion“ (29. November 2010)
  3. 3,0 3,1 Main-Post: „Erste Polizisten verlassen die Augustinerstraße“ (1. Juli 2012)
  4. 'Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 36
  5. Main-Post: „Millionenprojekt: Polizeigebäude soll generalsaniert werden“ (6. Oktober 2011)
  6. Information der Polizei
  7. TVtouring (bei Youtube): Wasserschutzpolizei 20 nimmt Dienst in Würzburg auf (19. September 2011)