Mozartfest

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mozartfest Würzburg
Imageplakat 1 Mozartfest Würzburg 2017 © Mozartfest Würzburg
Mozartfest Eröffnungskonzert 2015: Renaud Capuçon und das Mahler Chamber Orchestra
Nachtmusik im beleuchteten Hofgarten der Residenz 1959

Das Mozartfest ist ein jährlich im Frühsommer stattfindendes Musikfestival. Hauptspielorte sind Räumlichkeiten und Hofgarten der Residenz. Jährlich besuchen etwa 25.000 Besucher die etwa 60 Veranstaltungen und Konzerte verschiedener internationaler Künstler. Im Mittelpunkt stehen Werke von Mozart, ergänzt von Stücken anderer Komponisten. 2011 feierte das Mozartfest 90jähriges Jubiläum.


Geschichte[Bearbeiten]

Ein erstes öffentliches klassisches Konzert erklang im Kaisersaal der Residenz, nachdem diese 1919 für gemeinnützige Veranstaltungen freigegeben wurde und der Kunsthistoriker Professor Fritz Knapp 1920 - anlässlich einer Tagung von Denkmalspflegern - im von Kerzen beleuchteten Kaisersaal einen Streichquartett-Abend organisiert hatte. [1] 1921 veranstaltete Hermann Zilcher, Direktor des Staatskonservatoriums, das „Residenzfest“ mit Werken klassischer Orchester- und Kammermusik. Zilcher entdeckte dabei, dass Mozarts Werke besonders mit Ambiente und Architektur der Residenz harmonieren. Daher organisierte er im Folgejahr die erste „Mozartwoche in der Residenz“, welche vom 17. Juni bis zum 26. Juni 1922 stattfand und als „Erstes Mozartfest Würzburgs“ gilt. [2] Neben Kaisersaal und Gartensaal der Residenz wurden als weitere Spielorte die Neubaukirche und das Stadttheater einbezogen und erprobt.

Aus den Erfahrungen dieser Festwoche [3] entwickelte Zilcher das Konzept des Mozartfestes, das nun jährlich stattfinden sollte. Fester Bestandteil wurde die Nachtmusik im Hofgarten. Das Festival wurde über zwei Jahrzehnte maßgeblich von Zilcher betreut und gestaltet. 1942 konnte es noch in der traditionellen Form stattfinden. 1943/44 wurde es stärker im Sinne der nationalsozialistischen „Kraft durch Freude"-Veranstaltungen vereinnahmt. Mit der Zerstörung der Residenz beim Bombenangriff 1945 war der Festzyklus zunächst beendet. Zilcher verstarb 1948.

Dank des Einsatzes von Oberbürgermeister Dr. Franz Stadelmayer konnte das Mozartfest 1951 wieder erstehen. Entscheidend war die Unterstützung des Bayerischen Rundfunks, der sowohl finanziell beim Aufbau der Konzertsäle in der Residenz half als auch die künstlerische Leitung übernahm. Natürlich hatten und haben auch die Direktoren, Dozenten und Studenten der Würzburger Musikhochschule einen beträchtlichen Anteil an den Planungen und Durchführungen des Mozartfestes.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Bilderreihe (vor 1945) aus dem Nachlass von Erika Groth-Schmachtenberger (im Bestand des Stadtarchivs Würzburg)

Themen des Mozartfestes seit 1992[Bearbeiten]

  • 2017: Mozart 36 – Was ist Reife?
  • 2016: Mozarts Europa
  • 2015: Mozart - Was heißt hier Klassik?
  • 2014: Mozart - trazoM. Musik im Spiegel.
  • 2013: Herr Mozart tanzt
  • 2012: Mozarts Claviere
  • 2011: Wolfgang Amadé und die Violine
  • 2010: Kontraste
  • 2009: Mozart & Paris
  • 2008: Mozart & London
  • 2007: Mozart & Prag
  • 2006: Mozart – Leben im Werk. Ein musikalisches Tagebuch
  • 2005: Mozart und die Moderne
  • 2004: Mozart auf Reisen
  • 2003: Wolfgang Amadeus Mozart und die Meister seiner Zeit
  • 2002: Mozart und der frühe Beethoven
  • 2001: Mozart und Italien
  • 2000: Mozart und Christoph Willibald Gluck
  • 1999: Mozart und die Mannheimer Schule
  • 1998: Mozart und Antonio Salieri
  • 1997: Mozart und sein Vater
  • 1996: Mozart und Johann Christian Bach
  • 1995: Mozart und Michael Haydn
  • 1994: Mozart und Joseph Haydn
  • 1993: Mozart und Johann Sebastian Bach
  • 1992: Mozart und Georg Friedrich Händel

Festival 2017[Bearbeiten]

2017 findet das Mozartfest vom 2. Juni bis 2. Juli statt.

„Mozart 36 – Was ist Reife?“ heißt das Thema beim Mozartfest Würzburg vom 2. Juni bis 2. Juli 2017. Wolfgang Amadé Mozart, der als Wunderkind und musikalisches Genie in die Geschichte eingegangen ist, blieben nur knapp 36 Lebensjahre, in denen er ein Gesamtwerk von größter Meisterschaft und Reife geschaffen hat. Das ist dem Mozartfest Anlass, den Begriff der „Reife“ zu befragen.

60 Konzerte und Veran­staltungen und das 3-tägige MozartLabor laden dazu ein, Fragen nach dem Verhältnis von Lebensalter und Reife, nach dem Zusammenhang von Begabung und Reife oder, ob künstlerische und menschliche Reife einander bedingen, zu ergründen. Eigens für diese Thematik haben die Festival­künstler Programme entworfen, die erste wie letzte Werke enthalten. Es werden Komponisten wie Purcell, Mendelssohn und Schubert eingebunden, die eben­falls das Phänomen von früher Reife und Vollendung verkörpern. In hochkarätigen Besetzung­en beschäfti­gen sich inter­national renommierte Künstler mit diesen und weiteren Aspekten des Festivalt­hemas in Kammermusik, Sinfonik, Vokalmusik, Oper und unterhaltsamer Klassik.

Höhepunkte im Festival

Im Kaisersaal der Würzburger Residenz konzertieren unter anderem das Freiburger Barockorchester (02./03.06.), das flämische B’Rock Orchestra mit dem Alte-Musik-Spezialist René Jacobs (06./07.06.), die Bamberger Symphoniker (14./15.06.), Amsterdam Sinfonietta mit dem schwedi­schen Klarinettist Martin Fröst (29.06.) und das französische Originalklang-Ensemble Les Arts Florissants mit dem Harfenist Xavier de Maistre (30.06.). Herbert Blomstedt, der Grand­seigneur unter den Weltklasse-Dirigenten, setzt den Zyklus „Bruckner im Dom“ kurz nach seinem 90. Ge­burtstag mit der 5. Sinfonie fort (20.07.). Alle bisherigen „Artistes étoiles“ des Mozartfestes werden in 2017 nach Würzburg zurückkehren: Klarinettist Jörg Widmann bringt ein neues Werk im Kaisersaal zur deutschen Erstaufführung: „Es war einmal …“ (20.06.). Erstmals – und nur in Würz­burg – musizieren Sängerin Christiane Karg, der junge Pianist Kit Armstrong und der franzö­sische Geiger Renaud Capuçon zusammen (28.06.).

Christiane Karg als „Artiste étoile“, Schwerpunkt Vokalmusik und ein Konzert im Club

Mit der Sopranistin Christiane Karg als „Artiste étoile“ steht diesmal Vokalmusik im Zentrum des Mozartfestes. Christiane Karg, die von sich selbst sagt, dass sie eine Mozart-Basis hat, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt nach Würzburg: Zwischen Salzburg, Amsterdam, Berlin und Chicago ist die Sängerin an der Weltspitze angekommen. In sechs Konzerten und im MozartLabor wird sie zu erleben sein. Der vokale Bogen der Saison spannt sich von Mozarts Opern bis zu seinem Requiem, vom A-Cappella-Gesang der Renaissance bis zu Hits der Popmusik. Die menschliche Stimme steht auch im Zentrum eines neuen Konzertformates, der „Lounge Amadé“. Gestaltet wird sie in der Odeon Lounge, einem beliebten Würzburger Nachtclub, von Julian Prégardien, einem Sänger, für den Schubladen von U- und E-Musik nicht gelten.

Wolfgang Rihm im Komponistenporträt, neue Labor-Sektionen und Kulturpolitische Konferenz

Wolfgang Rihm, dessen Werke in fünf Konzerten vorgestellt werden, ist das diesjährige Kompo­nisten­porträt gewidmet. Er wird im MozartLabor das Busch Trio unterrichten und im Gespräch über eigene und Mozarts Werke zu erleben sein. „Es ist eine große Ehre für das Mozartfest, dass Wolf­gang Rihm für das Komponistenporträt in Würzburg trotz seines übervollen Terminkalenders mehrere Tage zur Verfügung steht,“ sagt Festival-Intendantin Evelyn Meining. In seinem vierten Jahr wird das MozartLabor (10.-13.06.) weitere spannende Begegnungen zwischen Kunst, Wissen­schaft und Medien ermöglichen und wieder arrivierte Vertreter dieser Sparten als Dozenten mit jungen Stipendiaten vernetzen. Neu sind die Sektionen „Künstlerfotografie“, die Wilfried Hösl von der Bayerischen Staatsoper leitet, sowie „Künstlermanagement“, bei der die Künstleragentin Andrea Hampl aus Berlin die Schnittstelle zwischen Künstlern, Veranstaltern und den Agenturen themati­siert. Kulturstrategieberater Peter Gartiser von der METRUM GmbH wird in seiner Sektion Fragen zur Publikumsentwicklung in Bezug auf das Mozartfest Würzburg behandeln. Ein zentraler neuer Akzent kommt durch eine Kulturpolitische Konferenz hinzu, die von bundes­weiter Bedeutung ist: „Kultur als Motor und Mediator der Gesellschaft“ (09.06.). Erstrangige Kultur­schaffende – darunter Kulturmanager Martin Roth, Dr. Joachim Bernauer vom Goethe-Institut und Karl-Michael Hartig von der Körber-Stiftung – diskutieren über die Frage, was Hochkultur leisten kann und leisten muss, an­ge­­­sichts tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen.

Reife und Frische eines bald 100-jährigen Klassikmusikfestivals

Seit 1921 lädt das Mozartfest ein, die Verbindung von Mozarts Musik, UNESCO-Weltkulturerbe-Ambiente der Würz­burger Residenz und (Lebens)Kunst in der fränkischen Weinmetropole zu erleben – und wartet doch jedes Jahr mit neuen Aspekten auf. Passend zum Festivalthema präsen­tiert sich das bald 100-jährige Klassikmusikfestival mit seinem Programm für 2017 ebenso „reif“ wie frisch. Mit dieser inhalt­lichen Ausrichtung konnte sich das Mozartfest positionieren und erneut die Unter­nehmen in der Region über­zeugen: Nach dem Robert Krick-Verlag vor zwei Jahren hat auch die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp ihr Engage­ment für das Mozartfest Würzburg erweitert und ist ab dieser Saison ebenfalls Premium-Sponsor. Mit dem Kurtz Ersa-Konzern hat das Mozartfest zudem einen neuen Sponsor hinzu­ge­wonnen. Das Interesse der überregionalen Medien ist auch in 2017 weiter auf Wachstumskurs: Es sind insge­samt elf Konzert­mitschnitte durch den Bayerischen Rundfunk sowie durch Deutsch­land­funk und Deutschlandradio Kultur geplant. Erstmals begleitet die Deutsche Welle das Mozart­­fest als Medien­partner. Neu in 2017 ist auch die Zusammenarbeit mit dem Kissinger Sommer: Das Cuarteto Casals spielt die ersten drei von Mozarts sechs Haydn-Quartetten am 20. Juni in Bad Kissingen und am 21. Juni die Quartette 4 bis 6 beim Mozartfest Würzburg.

VVK-Start bereits am 9. Dezember

Das Programmbuch zum Mozartfest 2017 ist ab sofort erhältlich. Es wird auf Wunsch zugesandt und ist auch im Internet unter www.mozartfest.de abrufbar. Der Vorverkauf beginnt einen Monat früher als bisher: Der schriftliche Kartenvorverkauf startet bereits am 9. Dezember. Neu ist auch, dass die 50-prozentige Ermäßi­gung für Schüler, Auszubildende und Studierende bereits im Vorverkaufs­zeitraum gilt – jedoch nur nach Verfügbarkeit, gegen Vorlage des Ausweises und nicht auf Open-air-Veranstaltungen. Am 9. Januar öffnet das Mozartfest-Kartenbüro; ab diesem Zeitpunkt sind die Mitarbeiter des Ticket­büros auch telefonisch und vor Ort im Würzburger Rathaus erreichbar, um Fragen zu beantworten und Bestellungen ent­gegen­zunehmen.

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Spielstätten sind:

Organisations- und Kartenbüro[Bearbeiten]

Mozartfest Würzburg
Rückermainstraße 2
97070 Würzburg
Telefon: +49 (0) 931 / 37 23 36
Telefax: +49 (0) 931 / 37 39 39
E-Mail: info@mozartfest.de
Öffnungszeiten
9. Januar bis 1. Juni 2017:
Montag, Dienstag, Donnerstag: 10.00 bis 17.00 Uhr
Mittwoch und Freitag: 10.00 bis 14.00 Uhr
ab 2. Juni 2017:
Montag bis Samstag: 10.00 bis 14.00 Uhr
Samstag, 3. Juni: 10.00 bis 17.00 Uhr
Samstag, 1. Juli: geschlossen

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Hinrich Stahmer: Musik in der Residenz. Würzburger Hofmusik, Stürtz-Verlag, Würzburg 1983, S. 117
  2. Klaus Hinrich Stahmer, a.a.O., S. 117 f.
  3. Zilcher schrieb dazu: „Der ganze Garten begann zu singen und zu klingen und verlangte lediglich eine ruhige Sommernacht“ (zitiert aus: Klaus Hinrich Stahmer, a.a.O., S. 117)