Mainfränkische Platte

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Geologisch betrachtet liegt Würzburg auf der Mainfränkischen Platte. Diese umfasst im Groben das Gebiet um das Maindreieck und ist Teil des Fränkischen Schichtstufenlandes. Im Würzburger Talkessel und nach Westen sind vorrangig die Schichten des Muschelkalks zu finden. Nach Osten findet sich in weiten Bereichen der Untere Keuper (Sandstein). In diesen hat sich der Main eingegraben, so dass sich an den Hängen des Maintals ein Band aus Muschelkalk entlangzieht. An die Mainfränkische Platte grenzt westlich das Buntsandsteingebiet des Spessarts, östlich der Gipskeuper und Sandsteinkeuper des Steigerwalds und der Haßberge.

Geologie Würzburgs[Bearbeiten]

In Würzburg hat sich der Fluss besonders tief in die Muschelkalkschichten eingearbeitet. So bestehen die steilen Felswände, welche am südlichen Abhang des Marienbergs unterhalb der Festung offenliegen aus sogenanntem Wellenkalk (Unterer Muschelkalk). Die Festung selbst befindet sich auf der nächsthöheren Schicht, dem Mittleren Muschelkalk. Die gegenüber befindliche Anhöhe am Hubland, wo sich der Campus der Universität befindet, weist bereits den Oberen Muschelkalk auf.[1]

Abbau von Muschelkalk und Sandstein[Bearbeiten]

Im Gebiet der heutigen Stadt Würzburg und im Umland wurde über Jahrhunderte sowohl der Werksandstein des Unteren Keupers als auch der Muschelkalk in seinen verschiedenen Ausprägungen abgebaut und als Baumatieral verwendet. Zahlreichen Steinbrüche lieferten insbesondere Quaderkalk, der auch in großen Mengen exportiert wurde. In den 1960er Jahren wurden die Arbeiten in den meisten Steinbrüchen eingestellt. Einige sind noch zugänglich, z.B. bei Kleinochsenfurt oder zwischen Randersacker und Lindelbach. Sie zeigen deutlich die natürlichen Klüftungen, welche die Gesteinsmassen geometrisch gliedern, den Abbau erleichterten und dem Quaderkalk seinen Namen gaben.

Verwendung der Natursteine im Bauwesen[Bearbeiten]

Die meisten historische Bauten in der Region Würzburg wurden aus den heimischen Natursteinen gefertigt. So wurde z.B. der ockergelbe Werksandstein für die Residenz in den Steinbrüchen am Faulenberg gewonnen. Die Basis bilden Blöcke des grauen Quaderkalks. Besondere Verbreitung fand der Quaderkalk aus Randersacker. Aus diesem „Randersackerer Granit“ bestehen u.a. zahlreiche Gebäudesockel und Kaimauern in Würzburg, die Gaibacher Konstitutionssäule und einige Münchner Isarbrücken.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Geyer und Hermann Schmidt-Kaler: Den Main entlang durch das Fränkische Schichtstufenland. Verlag Pfeil, München 2009. ISBN 978-3-89937-092-8
  • Gerd Geyer: Geologie von Unterfranken und angrenzenden Regionen. Perthes, Gotha 2002. ISBN 3-623-00501-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerd Geyer und Hermann Schmidt-Kaler: Den Main entlang durch das Fränkische Schichtstufenland. Verlag Pfeil, München 2009. ISBN 978-3-89937-092-8 S. 129