Kist

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Kist
Ortstyp Gemeinde
Verwaltungsgemeinschaft Kist
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 373
Fläche 3.87 km²
Einwohner 2.528 (31. Dezember 2016) [1]
Bevölkerungsdichte 653 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09679154
Postleitzahl 97270
Telefonvorwahl 09306
Anschrift Am Rathaus 1, 97270 Kist
Telefon 09306 - 9062-0
Telefax 09306 - 9062-49
E-Mail info@vgem-kist.bayern.de
Webseite www.gemeinde-kist.de
Bürgermeister Volker Faulhaber (SPD)
Wappen
Wappen Kist.png

Kist ist eine Gemeinde im Landkreis Würzburg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kist.

Geografie[Bearbeiten]

Kist liegt in der Region Würzburg. Es existieren folgende Gemarkungen: Kist, Irtenberger Wald (gemeindefreies Gebiet).

Geschichte[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus
Rathaus in Kist
Hotel-Gasthof Grüner Baum
Wasserturm in Kist

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 779 unter dem Namen „Chistesbrunno“. Im Spätmittelalter bzw. in der Frührenaissance hatte die fränkische Adelsfamilie Zobel von Giebelstadt bis 1502 bzw. 1515 die Ortsherrschaft inne, ehe Kist an das Hochstift Würzburg überging. Für dieses war Kist von besonderer Situation, da der Ort geistlich zunächst noch nicht zum Bistum Würzburg, sondern bis 1656 noch zum benachbarten Erzbistum Mainz gehörte. Zeugnisse immer wiederkehrender Grenzstreitigkeiten zwischen dem Hochstift Würzburg und dem Erzstift Mainz sind neben der Aufspaltung in weltlicher und kirchlicher Zugehörigkeit, auch einige Bauwerke bzw. Grenzmale: ein Grenzturm mit Schlagbaum, zwei Hoheitssäulen im Irtenberger Wald und die drei Kilometer entfernten, gegen Kurmainz errichteten und im Bauernkrieg 1525 zerstörten Burgruine Guttenberg im Guttenberger Wald. Als Teil des Hochstiftes Würzburg wurde Kist 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Bis 1836 war Kist Sitz eines Oberzollamtes, bis Baden dem Deutschen Zollverein beitrat.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Gespalten von Silber und Rot; vorne auf grünem Rasen ein grüner Laubbaum, hinten schwebend ein silberner Pferdekopf mit schwarzem Zaum.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Kist besaß ein Dorfsiegel, das als einen Baum mit reichem Laubwerk auf Rasenboden stehend zeigte, und das auf einer Urkunde aus dem Jahr 1767 erhalten geblieben ist. Der Pferdekopf ist dem Wappen der Freiherren von Zobel entnommen, die vor dem Übergang an das Hochstift Würzburg 1502 bzw. 1515 die Ortsherrschaft in Kist innehatten. Die Farben Silber und Rot sind die Farben des Hochstifts und erinnern an dessen Herrschaft in Kist.

Religionen[Bearbeiten]

Kist ist überwiegend katholisch geprägt. Nachdem zunächst eine eigenständige Pfarrei bestand, wurde Kist als Expositur Teil der Pfarrei Kleinrinderfeld, ehe nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eine eigenständige Pfarrei St. Bartholomäus (Kist) gegründet wurde.

Daneben existiert die Evangelische Kirchengemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn für die evangelischen Christen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gasthaus „Grüner Baum“[Bearbeiten]

Das Gasthaus mit dem markanten fränkischen Fachwerk dürfte das älteste Gebäude in Kist darstellen. Zwar trägt ein an der Außenwand befestigter Bildstock die Jahreszahl 1706, jedoch wird vermutet, dass das Haus schon früher errichtet wurde. Zum Komplex gehört noch eine gut erhaltene Scheune aus der Entstehungszeit des Anwesens, die früher als „Zehntscheune“ des Ortes diente. Der Platz vor dem Gasthaus wird durch das sogenannte „Anna-Häuschen“ abgerundet, in dem sich eine barocke Holzfigur der Hl. Mutter Anna mit der kindlichen Gottesmutter befindet.

Alte Schule[Bearbeiten]

Gegenüber des Friedhofes liegt das Alte Schulgebäude aus dem Jahre 1869. Heute bietet es im Erdgeschoss der Gemeindebücherei Platz, im Übrigen wird es als Wohnhaus genutzt.

Bildstöcke[Bearbeiten]

Im Außenbereich der Pfarrkirche befindet sich ein Bildstock aus dem 18. Jahrhundert, der ursprünglich außerhalb des Ortes in der Nähe der zu Eisingen gehörenden Siedlung Erbachshof stand. Später wurde der obere Teil als Grabstein im Kister Friedhof benutzt, ehe er nach einer Restaurierung zusammen mit einem neuen Torso seinen Platz in der Mitte des Ortes fand. Ein weiterer Bildstock aus dem 18. Jahrhundert findet sich ebenfalls außerhalb am sogenannten „Uengershäuser Weg“. Eingemauert in die Außenwand des Gasthauses „Zum Hirschen“ an der Hauptstraße ist eine kleine Darstellung einer Pieta sowie ein Ochsenkopf - das Zeichen für die Metzger - aus dem Ende des 18. Jahrhunderts erkennbar. Am Dorfbrunnen, der in der zweiten Hälfte es 20. Jahrhunderts neu geschaffen wurde, befindet sich ein zeitgenössischer Bildstock, der an Stelle eines Barockbildstocks steht, dessen Oberteil wie eine Krone geformt war. Sein genaues Aussehen könnte man allenfalls aus alten Zeichnungen rekonstruieren. Am Friedhof steht anstelle eines Bildstocks aus dem frühen 18. Jahrhundert ein zeitgenössischer aus Muschelkalk, der zu Ehren des „Heiligen Blutes“ von Walldürn errichtet wurde. Im Altertheimer Weg findet sich ein weiterer zeitgenössischer Bildstock aus Muschelkalk. Es wird vermutet, dass in der Nähe ein Kreuzschlepper aus dem 19. Jahrhundert stand.

Kriegerdenkmal[Bearbeiten]

Zwischen der neuen und der alten Oskar-Popp-Grundschule wurde im Jahre 1936 ein Kriegerdenkmal zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten errichtet. Es stellt in der Mitte einen überlebensgroßen Soldaten dar, der seinen gefallenen Kameraden stützt. Links und rechts sind im Halbkreis Gedenktafeln mit den Namen der gefallenen Kister Soldaten angebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kreis mit weiteren Gedenktafeln geschlossen.

Wasserturm[Bearbeiten]

Als zweites Wahrzeichen thront seit den 1960er Jahren der Wasserturm über den Dächern der Gemeinde.

Vereine[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 92 und im Bereich Handel und Verkehr 157 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 117 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 913. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn Betriebe, im Bauhauptgewerbe ein Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 drei landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 77 ha.

Gastronomie[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kist liegt direkt an der Auffahrt auf die Bundesautobahn 3 (Anschlussstelle Würzburg-Kist) und nur wenige Kilometer entfernt durch die Staatsstraße 578 von der Autobahn 81 (Anschlussstelle Gerchsheim).

ÖPNV[Bearbeiten]

Buslinie 491 Würzburg-Kleinrinderfeld im Verkehrsverbund Mainfranken.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kist verfügt über folgende Freizeiteinrichtungen:

Sportstätten:

Spielplätze:

  • Winterleiten
  • Lange Läng (auf dem Sportgelände Carl-Diem-Straße)

Kleinkinderspielplätze:

  • Spitzwiese/Herrleinsäcker
  • Turmstraße (am Wasserturm)

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen & Fakten des Landkreises Würzburg auf www.landkreis-wuerzburg.de

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kist aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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