Januarius Zick

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Januarius Zick, Selbstbildnis um 1757

Johann Rasso Januarius Zick (* 6. Februar 1730 in München-Au; † 14. November 1797 in Ehrenbreitstein) war nach seinem Vater Johann Zick der zweite Maler in der Familie und zugleich auch Architekt. Er gilt als Hauptmeister der deutschen Malerei des Spätbarocks.

Familiäre Zusammenhänge

Johann Rasso Januarius Zick wurde als drittes Kind von Johann Zick (1702 - 1767) und Anna Maria Seiler (1698 - 1775) in München geboren und noch am gleichen Tag in der Pfarrkirche St. Carl Borromäus in Neudegg getauft. Seine beiden älteren Brüder starben bereits im Kindesalter.

Leben und Wirken

Die Grundlagen der Malerei erlernte er bei seinem Vater, der als Hofmaler bei Herzog Theodor und dem Fürstbischof zu Freising in Diensten stand. Schon als Kind assistierte er sowohl in der väterlichen Werkstatt als auch bei Wandmalereien auf dem Gerüst.

Der Vater Johann Zick, der in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts in Schussenried [1] tätig war, schickte seinen Sohn im Oktober 1745 in die Lehre zum Maurermeister Jacob Emele [2], der den barocken Umbau der dortigen Prämonstratenserklosterkirche leitete. Im März 1748 schloss er seine Lehre als Maurergeselle ab. Die Ausbildung berechtigte ihn dazu, sich nicht nur „pictor”, sondern auch „architectus” zu nennen. Danach war er bis 1756 als Gehilfe seines Vaters an dessen wichtigsten Freskenwerken u.a. in Würzburg bei der Ausmalung des Gartensaals der Residenz und im Kloster Oberzell tätig. Durch die in Würzburg geknüpften Kontakte bekam er vom Trierer Kurfürst und Fürstbischof Franz Georg von Schönborn Aufträge für Bilder des Schlosses Schönbornslust [3], welches dieser in den Jahren 1748 bis 1752 nach Plänen von Balthasar Neumann erbauen ließ.

1758 ging Januarius Zick mit seinem Freund Christian von Mechel [4] in dessen Geburtsstadt Basel und anschließend weiter nach Rom. Dort traf er mit Anton Raphael Mengs [5] zusammen, bei dem er sich über die römische Antike weiterbildete und besuchte in Rom auch eine der Kunstakademien. Bereits im Jahre 1759 hielt er sich dann in Bruchsal auf, wo er zusammen mit seinem Vater an der Ausmalung das „Watteau-Kabinett” des Schlosses arbeitete [6].

1760 erhielt Januarius Zick vom Trierer Kurfürsten Johann Philipp von Waldersdorff den Auftrag zur Freskierung des Festsaales von Schloss Engers bei Neuwied [7] sowie 1760/61 einen weiteren Auftrag für den Erweiterungsbau des kurfürstlichen Palais in Trier [8]. Nachdem Zick zum kurtrierischen Hofmaler ernannt worden war, ließ er sich in Ehrenbreitstein nieder und heiratete am 25. November 1762 die Wirtstochter Anna Maria Gruber (1745 - 1811). Aus der Ehe gingen 14 Kinder hervor.

Deckenmälde „Jesus im Tempel” (1784) in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Rot an der Rot

Werke

Nach dem Tod des Trierer Kurfürsten Johann Philipp von Waldersdorff im Jahre 1768 war die finanzielle Lage des Kurfürstentums sehr angespannt, weshalb größere Aufträge für längere Zeit ausblieben. Zick wandte sich deshalb in den folgenden Jahren kirchlichen Aufträgen zu:

  • 1778 - 1781: Ausmalung und Bauaufsicht der Benediktinerabteikirche in Waiblingen
  • 1780 - 1781: Ausmalung der Pfarrkirche St. Gallus in Zell
  • 1782: Ausmalung der Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä. in Dürrenwaldstetten
  • 1782 - 1783: Ausmalung der Benediktinerabteikirche in Oberelchingen (heute Pfarrkirche St. Peter und Paul)
  • 1784: Ausmalung der Prämonstratenserabteikirche in Rot an der Rot (heute Pfarrkirche St. Maria und St. Verena)
  • 1785: Freskierung in der Bibliothek der Zisterzienserabtei in Raitenhaslach
  • 1786: Freskierung in der Augustiner-Chorherrenstiftskirche St. Peter und Paul im unterfränkischen Triefenstein.

Ab 1785 war Zick durch den Neubau des kurfürstlichen Schlosses in Koblenz [9] unter Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen wieder im Rheinland tätig.

Zicks Kontakte zu Johann Wolfgang von Goethe und seinem Kreis, den er 1774 bei einem Besuch in seinem Wohnort Ehrenbreitstein persönlich kennenlernte, verschafften ihm bis in die 1790er Jahre Aufträge in Frankfurt.

Januarius Zick starb am 14. November 1797 in Ehrenbreitstein. Sein Gesamtwerk umfasst ca. 500 Gemälde, 16 Raumausstattungen in Fresko sowie ein Konvolut von 186 erhaltenen Zeichnungen und ca. 40 Intarsienentwürfe. Er gilt als der „letzte bürgerliche Großmaler” Deutschlands. Als einer der letzten beherrschte er alle Register des monumentalen Deckenfreskos mit all seinen Anforderungen.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Edgar Baumgartl, Gabriele Lauterbach, Kornelius Otto: Maler in Franken - Leben und Werk von Künstlern aus fünf Jahrhunderten, Spätlese Verlag, Nürnberg 1993

Weblinks

Erläuterungen und Hinweise

  1. Nähere Informationen zum Kloster Schussenried bei Wikipedia [1].
  2. Jacob Emele (* 13. Juli 1707 in Stafflangen; † 1780) war ein süddeutscher Barockbaumeister, der hauptsächlich im Dienst des Reichsstifts Schussenried tätig war. Nähere Informationen bei Wikipedia [2].
  3. Nähere Informationen zum Schloss Schönbornlust bei Wikipedia [3].
  4. Christian von Mechel (* 4. April 1737 in Basel; † 11. April 1817 in Berlin) war ein Schweizer Kupferstecher, Stichverleger und Kunsthändler. Nähere Informationen bei Wikipedia [4].
  5. Anton Raphael Mengs (* 12. März 1728 in Aussig, Böhmen; † 29. Juni 1779 in Rom) war ein deutscher Maler. Nähere Informationen bei Wikipedia [5].
  6. Siehe hierzu die Internetseiten des Schloss Bruchsal [6].
  7. Das Schloss Engers liegt unmittelbar am Rhein im Neuwieder Stadtteil Engers in Rheinland-Pfalz. Der Trierer Erzbischof und Kurfürst Johann Philipp von Walderdorff ließ es zwischen 1759 und 1764 als Jagd-, Lust- und Sommerschloss nach Plänen von Johannes Seiz erbauen. Nähere Informationen bei Wikipedia [7].
  8. Das Kurfürstliche Palais in der Stadt Trier war vom 17. Jahrhundert bis 1794 Residenz der Trierer Kurfürsten, das heißt der Trierer Erzbischöfe. Nähere Informationen bei Wikipedia [8].
  9. Das Kurfürstliche Schloss in Koblenz war die Residenz des letzten Erzbischofs und Kurfürsten von Trier, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, der es Ende des 18. Jahrhunderts erbauen ließ. Nähere Informationen bei Wikipedia [9].
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