Horabrünnlein

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Das Horabrünnlein befand sich bei den großen Pappeln.

Das Horabrünnlein (auch: Horabrünnle, Horaquelle) war eine Quellfassung mit zwei großen Pappeln im Bereich der nördlichen Mergentheimer Straße bzw. Maria-Theresia-Promenade im Stadtbezirk Steinbachtal.

Lage[Bearbeiten]

Das Brünnlein befand sich gegenüber der Mergentheimer Straße 40 zwischen einstigem Hügelsbad und dem ehemaligen städtischen Freibad. Später entstand etwa dort das Schwimmzentrum des SV 05 im Haus des Sports, heute wiederum eine Neubauwohnanlage in moderner Architektur. Die Quelle war Teil der Maria-Theresia-Anlage, welche als Promenade die Löwenbrücke mit dem Beginn des Steinbachtals verband.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Name wurde vielfach darauf zurückgeführt, dass Mönche des Andreasklosters (später Benediktinerkloster St. Burkard) am Main vom Kloster in der Leistenstraße in Richtung Steinbachtal liefen und an dem Brünnlein feierlich ihr gemeinschaftliches Gebet - die hora - sprachen. Wahrscheinlicher ist jedoch die Ableitung des Namens aufgrund der geographischen Gegebenheiten: Das althochdeutsche Wort „hor“ bedeutet „Schmutz“, „Schlamm“ und spielt darauf an, dass das Gebiet rund um die Horaquelle sehr sumpfig war. Das Gelände wurde deshalb auch als „Horagarten“ bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Brunnens erlangt durchaus eine gewisse historische Bedeutung: Zur Zeit von Kaiser Karl dem Großen gab es Streitigkeiten zwischen Heidingsfeld und Würzburg bezüglich des Grenzverlaufes zwischen den Gemarkungen. Der Kaiser gab 799 deshalb eine Grenzbeschreibung in Auftrag, die den genauen Verlauf der Grenze absteckte. Ein Auszug aus der Beschreibung lautet „(...) in mittan Moin und zen den Brunnon, so dar westerunhalb Moines, uf in Brunnenberg (...)“, wobei mit Brunnenberg der heutige Nikolausberg gemeint ist. Der Grenzverlauf war mit tiefen Gräben markiert, die zugleich Teil der Landwehr waren.

Das Wasser des Horabrünnlein kam aus dem Nikolausberg, dessen Hänge anfangs noch hauptsächlich von Weinbergen geprägt waren (siehe Käppele). Das Horabrünnlein war Jahrhunderte lang ein recht unangenehmes Verkehrshindernis, denn das Wasser floss aus den Weinbergsmauern auf die Mergentheimer Straße und riss große Wasserlöcher und Pfützen in den Weg. In den 1820er Jahren befestigte man die Straße und leitete das Wasser unter der Straße weg. Die eigentliche Quellfassung, an der das Wasser dann zu Tage trat, wurde damit östlich gen Main verlegt. In dieser Zeit wurden auch zwei Pappeln gepflanzt, die im Laufe der Jahre zu mächtigen Bäumen heranwuchsen. Mit der Schaffung der Maria-Theresia-Promenade (die Benennung erfolgte 1914) wurde die Fassung 1908 nochmals in Richtung Main verlegt.

Mit der zunehmenden Bebauung des Nikolausberges entlang der Mergentheimer Straße wurde auch die Quellschüttung immer geringer, in den 1960er Jahren floss deshalb lediglich noch nach langen Regenperioden oder Starkregenereignissen Wasser aus dem Brünnlein. Bei den Bauarbeiten für das Schwimmzentrum im Haus des Sports wurden die Pappeln gefällt und die Brunneneinfassung abgebaut.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Heute befindet sich die Neubauwohnanlage „Wohnen am Main“ mit mehreren Eigentumswohnungen am früheren Standort.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]