Hexenprozesse in Würzburg

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Die Hexenprozesse in Würzburg fanden ihren Höhepunkt während des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1626 und 1630. Die Verfolgungen, zum Teil unter einem religiösen Vorwand, kosteten in der Stadt an die 200 Menschen das Leben. Im Stiftsgebiet wurden unter der Anklage der „Hexerei“ über 900 Personen verbrannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Würzburger Fürstbischof Philipp Adolf von Ehrenberg erreichten die Hexenverfolgungen im Würzburger Territorium zwischen 1626 und 1630 ihren Höhepunkt. Beispielsweise wurde 1627 die Apothekerin der Hirsch-Apotheke mit ihrer Tochter auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Hexenverfolgung erfasste letztlich Menschen aller Stände: Neben einfachen Leuten, überwiegend Frauen, wurden Adlige, Ratsherren und Bürgermeister verbrannt. 20 Prozent der in Würzburg Verbrannten waren Priester und Ordensleute. Auch der Einsatz für Angeklagte, die der „Hexerei“ bezichtigt wurden, führte zu einem Prozess.

Erst das Reichskammergericht, der Tod von Philipp Adolf am 16. Juli 1631 und die Eroberung des Gebiets durch den Schwedenkönig Gustav Adolf (1594—1632) beendeten die große Zahl der Hexenprozesse.

Letztes Opfer[Bearbeiten]

Im ersten Jahr der Regierung von Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenclau wurde Maria Renata Singer von Mossau am 21. Juni 1749 als das letzte Opfer der Hexenverfolgung in Franken hingerichtet. Sie war Nonne und Subpriorin des Klosters Unterzell bei Würzburg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Meier: Die frühen Hexenprozesse des Fürstbischofs Julius Echter. Mit einer Kritik an Lyndal Ropers „Hexenwahn“, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 79 (2016), S. 145-156.
  • Robert Meier: Strafjustiz auf dem Land. Die Tätigkeit der Zent Remlingen in der Zeit des Fürstbischofs Julius Echter mit besonderer Berücksichtigung der Hexenprozesse, in: Mainfränkisches Jahrbuch 67 (2015), S. 143-166.
  • Robert Meier: Alles anders als gedacht? Julius Echter und die Hexenverfolgung, in: Historisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 135 (2015), S. 559-568.
  • Robert Meier: Zwei Unwetter, drei Territorien. Der Mai 1616 im Main-Tauber-Gebiet, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 78 (2015), S. 197-212.
  • Robert Meier: Julius Echter als Hexenretter: Eine Polemik anhand von Prozessen aus Neubrunn, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 77 (2014), S. 287-296.
  • Hans-Wolfgang Bergerhausen: Die Hexenverfolgungen in Würzburg 1590-1630, in: Hexenwahn in Franken, Dettelbach 2014, S. 84-97.
  • Erik Soder von Güldenstubbe: Die unschuldig als Hexe verurteilte Praemonstratenserchorfrau Renata Singer von Mossau, in: Hexenwahn in Franken, Dettelbach 2014, S. 170-201.
  • Hubert Drüppel: Hexenprozesse, in: Geschichte der Stadt Würzburg, Bd. 2, Stuttgart 2004, S. 492-505.
  • Franz Anton Jäger: Geschichte des Hexenbrennens in Franken (insbesondere in Gerolzhofen) im 17. Jahrhundert (1834), bearb. v. Stephan Oettermann, Gerolzhofen 2004.
  • Wolfgang Behringer (Hrsg.): Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, 4. Auflage, München 2000.
  • Harald Schwillus: Die Hexenprozesse gegen Würzburger Geistliche unter Fürstbischof Philipp Adolf von Ehrenberg (1623-1631), Würzburg 1998.
  • Elmar Weiß: Die Hexenprozesse im Hochstift Würzburg, in: Peter Kolb / Ernst-Günter Krenig (Hrsg.): Unterfränkische Geschichte, Bd. 3, Würzburg 1995, S. 327-361.
  • Elmar Weiß: Würzburger Kleriker als Angeklagte in Hexenprozessen in den Jahren 1626-1630, in: Mainfränkisches Jahrbuch 40 (1988), S. 70-94.
  • Friedrich Merzbacher: Die Hexenprozesse in Franken, 2. erweiterte Auflage, München 1970.
  • Arthur Bechtold: Aus der Hexenzeit, in: Ders.: Aus dem alten Würzburg. Beiträge zur Kulturgeschichte der Stadt, Würzburg 1940, S. 169-205.

Weblinks[Bearbeiten]