Gut Moskau

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Stadtplan von 1894 (Brockhaus' Konversationslexikon): Ausschnitt Zellerau
Pharus-Plan von Würzburg 1921. Ausschnitt: nordöstliche Zellerau

Das Gut Moskau war eines von drei landwirtschaftlichen Gütern in der Zellerau.

Geschichte[Bearbeiten]

1714 kaufte Johann Philipp Freiherr von Münster [1], vice Domb.und Geheimrat, Oberamtmann von Heidingsfeld, beim Kloster Himmelspforten einen Garten, 3 Morgen Acker in der Schottenau und einen Weinberg in der Steinach. Bis 1757 erwarb er so an die 45 würzburgische Morgen in der Zellerau. Diese Grundstück zusammen bildeten dann das sogenannte „von Münstersche Gut“. Es blieb bis 1806 im Familienbesitz. Damals verkauften Ludowica und Charlotta von Münster die münsterschen Äcker und Wiesen in der Zellerau einem Michael Helmstatt und einem Mathes Sturm je zur Hälfte. 1812 erwarb Johann Georg Schleicher den geteilten Besitz und nannte das von ihm erworbene Gut nach den aktuellen Ereignissen, dem Russlandfeldzug Napoleons von 1812 [2], Gut Moskau. [3] Schleicher bewirtschaftete das Gut über 20 Jahre lang und machte daraus einen gut besuchten Ausflugsort vor dem Zeller Tor. Nachdem das Gut ab 1837 mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, kaufte 1878 Dr. Leofried Adelmann das Gut Moskau und wurde mit dem Erwerb und seinen bisherigen Besitzungen, u.a. dem Gut Moschee, zum größten Grundbesitzer der Zellerau.

Nach dem Tod von Dr. Leofried Adelmann im August 1884 erwarb die Garnisonsverwaltung des II. Königlichen Bayerisches Armee-Korps von den Adelmannschen Erben ein größeres Gebiet zur Erweiterung der Kaserne und zur Errichtung eines Corps-Bekleidungsamtes [4], das Gelände zwischen der heutigen Fasbenderstraße, Maillingerstraße, Georg-Eydel-Straße und Sedanstraße.

1901 kaufte die Stadt Würzburg das Gut, die 1904 weitere Flächen des Gutes mit der Militärverwaltung tauschte und dafür die Alte Mainkaserne am Pleidenturm erhielt. Bis 1907 wurde auf dem Areal des Guts Moskau die Neue Artillerie-Kaserne für das 13. Königlich Bayrische Feldartillerie-Regiment errichtet.

Da sich die Anbaufläche durch die Verkäufe von weiten Flächen des Gutes erheblich verkleinert hatte, musste der letzte Pächter vom Gut Moskau, Friedrich Endres, nun andere Äcker und Wiesen dazupachten um einen vernünftigen landwirtschaftlichen Betrieb führen zu können. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden aufgrund des Wohnungsbedarfes öffentliche Wohnungen für die Zellerau geplant. Im April 1924 wurde der Bebauungsplan für den städtischen Grundbesitz zwischen Mainaustraße, Wörthstraße, Maillingerstraße und Ysenburgstraße für etwas 450 Wohnungen genehmigt. Durch die Verwirklichung des städtischen Bebauungsplanes wurden bis Mitte der 1930er Jahre die Gutsgebäude vom Gut Moskau, bis auf das Wohnhaus (heute: Eiseneckstraße 7), abgerissen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  1. Die Freiherrn von Münster gehörten einem alten fränkischen, schon im 15. Jahrhundert nachweisbaren Adelsgeschlecht an, das mehrere Linien aufweist und in der Landschaft nördlich von Schweinfurt bis in die Rhön Besitzungen hatte. In Würzburg gehörte ihnen ein Haus in der Hörleinsgasse und der Hof Bischofsheim (heute: Neubaustraße 40). Weitere Informationen zum fränkischen Adelsgeschlecht von Münster bei Wikipedia [1]
  2. Zum Russlandfeldzug Napoleons siehe Wikipedia [2]
  3. Zur Namensgebung des Gutes Moskau siehe auch Artikel Talavera.
  4. Die Gebäude des Corps-Bekleidungsamtes haben zum Teil den Zweiten Weltkrieg überstanden und werden heute vom Versorgungsamt genutzt.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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