Gerbrunn

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Gerbrunn
Ortstyp Gemeinde
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 243 m ü. NN
Fläche 4,58 km²
Einwohner 6.480
Bevölkerungsdichte 1.415 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 136
Anschrift Rathausplatz 3, 97218 Gerbrunn
Telefon 0931-70280-0
Telefax 0931-70280-199
E-Mail info@gerbrunn.de
Webseite http://www.gerbrunn.de
1. Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (SPD)
Wappen
Wappen gerbrunn.gif

Gerbrunn ist eine eigenständige Stadtrandgemeinde vor den Toren Würzburgs im Landkreis Würzburg.

Geographie[Bearbeiten]

Gerbrunn liegt auf der Hochfläche über Würzburg und grenzt an die Stadtteile Mönchberg, Hubland und Gartenstadt Keesburg sowie an die Gemarkungsgrenzen von Rottendorf und Randersacker.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 4.037, 1987 dann 5.791, im Jahr 2000 6.180 und im Jahr 2007 6.800 Einwohner gezählt.

Geschichte[Bearbeiten]

Brunnen in der Gerbrunner Hauptstraße
Ehemaliges katholisches Pfarrhaus in Gerbrunn
Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Gerbrunn
Gerbrunn Logo.jpg
Rathaus der Gemeinde Gerbrunn

Aus dem Jahre 1107 stammt die erste nachweisliche Urkunde mit dem Namen Gerbrunn. Egispert und seine Frau Mahtild schenkten dem Benediktinerkloster St. Stephan zu Würzburg ihren Weinbergbesitz. Aus dieser ersten urkundlichen Erwähnung geht hervor, dass Gerbrunn schon in frühester Zeit ein Ort mit Weinbau war. Nach 1212 geht Gerbrunn in den Besitz der Grafschaft Castell über. Nach 1223 übertrugen König Heinrich VII. und Kaiser Friedrich II. ihr Königsgut im Ort und in den Weinbergen von Gerbrunn der Würzburger Kommende des Deutschen Ritterordens. 1278 verkaufte Graf Heinrich II. zu Castell seinen großen Wirtschaftshof, das heutige Rathaus (Gerbrunn), mit 425 Morgen Grundbesitz, was er vom Würzburger Bischof als Lehen hatte, ebenfalls an den Deutschen Ritterorden. 1376 gab die Grafschaft den Ort Gerbrunn und die Vogtei daselbst als Lehen an Eberhard von Seinsheim. Als die Herren von Seinsheim zu Wiesenbronn zu Beginn des 16. Jahrhunderts ausstarben, verliehen die Grafen zu Castell Gerbrunn nicht mehr weiter, sondern nahmen das Dorf wieder in eigene Verwaltung. Um 1559 wurde Gerbrunn mit der Einführung der Reformation in der Grafschaft Castell lutherisch. Zu den staatsrechtlichen Schwierigkeiten, denen Gerbrunn als Enklave von Castell mitten im Würzburgischen Gebiet naturgemäß ausgesetzt war, trat nun noch die unterschiedliche Religionszugehörigkeit, was zu neuen Komplikationen mit dem Hochstift Würzburg führte. 1625 verkaufte daher Graf Gottfried zu Castell-Rüdenhausen Gerbrunn an Fürstbischof Philipp Adolf von Ehrenberg. Gerbrunn wurde bischöfliches Kammerzinsdorf und mit dem Tage des Herrschaftswechsels zugleich wieder römisch-katholisch.

Als Teil des Hochstiftes Würzburg wurde Gerbrunn 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Pressburg (1805) Großherzog Ferdinand III. von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Baudenkmal[Bearbeiten]

Nördlich von Gerbrunn befindet sich die „Römerbrücke“, die im 18. Jahrhundert unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim erbaut und nach nur einem Jahr wegen Baufälligkeit wieder aufgegeben wurde.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Ortsname stammt aus einer Zusammensetzung von Ger (von althochdeutsch. gêr „Wurfspieß“), weil der Ort auch topografisch bedingt in seiner Entstehungszeit dieser Form ähnlich sah, und Brunnen, nach dem Brunnen, der heute noch im Altort nahe dem Rathaus aktiv ist.

Einer anderen Überlieferung zufolge hängt das „Ger" im Namen Gerbrunn nicht mit dem germanischen Wurfspieß zusammen, sondern vielmehr mit einer begüterten fränkischen Adeligen namens Gerwine, die im Ortsgebiet Gerbrunns einen Brunnen (bzw. eine Quelle) besaß ("Gerwines Brunnen"), wie er in der Würzburger Markungsbeschreibung von 779 genannt wird.

Ortsteile[Bearbeiten]

Neben dem eigentlichen Kernort existiert noch das landwirtschaftliche Gut Gieshügel und die Siedlung Roßsteige.

Straßen[Bearbeiten]

siehe Straßenverzeichnis von Gerbrunn

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Gerbrunn besteht aus drei Teilen: Links oben das Symbol der Grafschaft Castell, rechts oben der Fränkische Rechen, unten der Brunnen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

  • Flürle (östlich über dem Ort) mit Trockenrasenbewuchs

Vereine[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 23, im produzierenden Gewerbe 332 und im Bereich Handel und Verkehr 250 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 260 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1893. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 1 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 10 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 962 ha, davon waren 950 ha Ackerfläche und 3 ha Dauergrünfläche.

ÖPNV[Bearbeiten]

Buslinie 14, Buslinie 551, Buslinie 560 und Buslinie 34 im Verkehrsverbund Mainfranken

Einrichtungen[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Waltraud Meier (* 9. Januar 1956 in Würzburg), Opersängerin
  • Thomas Lurz, vierfacher Schwimmweltmeister und Olympiasilbermedaillengewinner im Freiwasserschwimmen
  • Oliver Dietz, deutscher Meister über 5.000 m und die 10.000 m der Leichtathletik

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Gerbrunn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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