Friedhöfe

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Friedhöfe in der Stadt Würzburg:

Städtische Friedhöfe in Würzburg[Bearbeiten]

Nachfolgende Friedhöfe stehen unter der städtischen Friedhofsverwaltung.

Hauptfriedhof[Bearbeiten]

Der Hauptfriedhof ist in 12 Abteilungen gegliedert. Es gibt eine Feier- und Leichenhalle und Friedhofskapelle. Rechts vom Haupteingang befindet sich die Friedhofsverwaltung, auf der linken Seite das Mahnmal 16. März 1945.

Waldfriedhof[Bearbeiten]

Der Waldfriedhof gliedert sich in 15 Abteilungen. Dort gibt es eine Feier- und Leichenhalle und er wird seit 1969 auch als naturnaher Friedhof genutzt. Er steht allen Bürgern unabhängig vom früheren Wohnort zur Verfügung.

Friedhöfe der eingemeindeten Orte[Bearbeiten]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof Heidingsfeld

Jüdischer Friedhof Würzburg (Israelitischer Friedhof)[Bearbeiten]

Der Jüdischer Friedhof Würzburg befindet sich an der Kreuzung Werner-von-Siemens-Straße / David-Schuster-Weg im Stadtbezirk Lengfeld und umfasst über 2000 Grabstätten. Es ist der zweite jüdische Friedhof direkt bei der Stadt. Seit dem 4. Juli 1882 finden dort Bestattungen der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken statt.

Jüdischer Friedhof in Heidingsfeld[Bearbeiten]

Der Jüdischer Friedhof Heidingsfeld wurde 1811 angelegt. Bis 1881 wurden auf ihm als Verbandsfriedhof auch Juden aus Würzburg beigesetzt. Die letzten Beisetzungen fanden in Heidingsfeld 1942 statt. Seine Fläche umfasst 56,60 ar. Der Friedhof ist in einen großen alten und einen neueren Teil gegliedert und von einer Steinmauer umgeben. Die letzten Grabsteine (1930-1942) liegen an der dem Eingang gegenüberliegenden Mauer. Vom heutigen Eingangstor aus steigt das Gelände steil an. Ein kleines Taharahäuschen für die rituelle Leichenwaschung steht links vom Eingang.

Jüdischer Friedhof Höchberg[Bearbeiten]

Der Jüdischer Friedhof Höchberg wird heute nicht mehr für Bestattungen genutzt. Höchberg ist hier mit erwähnt, da es seit der Auflösung des historischen jüdischen Friedhofs am heutigen Juliusspital lange Zeit keine Bestattungsmöglichkeit für Juden innerhalb der Stadt gab. Statt dessen wurden die Friedhöfe von Heidingsfeld und Höchberg genutzt.

Historische Friedhöfe[Bearbeiten]

Historische jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts befand sich „das Judenkirchhöflein“ hinter den Häusern Nummer 11, 13 und 15 der heutigen Blasiusgasse. 1945 stieß man bei Bauarbeiten an der Ecke zum Schmalzmarkt noch auf Gebeine. Vermutlich war der Friedhof bereits gefüllt, als 1147, zur Zeit des zweiten Kreuzzugs, in Würzburg ein Pogrom an der jüdischen Bevölkerung verübt wurde, welchem 22 Menschen zum Opfer fielen. Die Angriffe, ausgelöst von durchziehenden Kreuzfahrern, hatten die lokale jüdische Gemeinde überraschend getroffen, da Sicherheitsgarantien von Seiten des bischöflichen Hofs bestanden. Bischof Siegfried stellte sich auch in dieser Situation vor die jüdische Gemeinde, konnte die Gewalttaten aber nicht verhindern. Er ließ die Leichen und abgeschlagenen Körperteile sammeln, reinigen und mit Öl salben. Im bischöflichen Garten im östlichen Teil der Vorstadt Pleichach ließ er die Ermordeten begraben. Auf Bitte der jüdischen Gemeinde verkaufte er den Garten an den Rabbiner Chisqija ben Eljaqim zur künftigen Nutzung als Friedhof der Gemeinde. Entweder in den Jahren nach der Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 (in Würzburg am 20./21. April 1349) oder in den Jahren zwischen 1429 und 1446 wurde der Friedhof zerstört. Die Grabsteine wurden abgeräumt und zu Bauarbeiten verwendet. Das Gelände nutzte Fürstbischof Julius Echter im Jahr 1576 gegen den Protest der Jüdischen Gemeinde und des Kaisers zur Errichtung des Juliusspitals.[1][2]

Historische Kirchhöfe[Bearbeiten]

Historisch verfügten die einzelnen Pfarreien Würzburgs über eigene Friedhöfe. Sie wurden im Lauf der Jahrhunderte geschlossen, am längsten bestand der so genannte Leichhof zwischen Dom und Neumünster. Darüber erstreckt sich heute der Kiliansplatz.

Soldatenfriedhof[Bearbeiten]

Der Militärfriedhof in der Zellerau wurde 1750 eingerichtet. Er nahm die Gefallenen der Kriege bis 1871 auf. Heute befindet sich auf dem Gelände der Kindergarten der Pfarrei Heiligkreuz. Ein steinernes Kreuz erinnert noch an den Friedhof.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alemannia-judaica über den jüdischen Friedhof in Würzburg
  2. Geschichte der Stadt Würzburg. Band I. Hrsg. Ulrich Wagner. Theiss-Verlag, Stuttgart 2001. S. 80, 516f