Fränkisches Volksblatt

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Das Fränkische Volksblatt wurde am 13. Juni 1868 als regionale katholische Tageszeitung für den Raum Unterfranken von dem Theologen Johann Baptist Stamminger aus Zell a. Main gegründet [1] und seit 1900 vom Echter Verlag herausgegeben.

Geschichte und politische Ausrichtung

Erste Ausgabe des Fränkischen Volksblatts vom 13 Juni 1868 mit einem Editorial zur politischen Ausrichtung des Blattes.

Das Fränkische Volksblatt unterstützte zunächst die Ziele der 1869 entstandenen konservativ-katholischen Bayerischen Patriotenpartei (ab 1887 Bayerische Zentrumspartei genannt). Das Blatt hatte seinen Sitz in der Domerschulgasse 13. [2] Für einen klar am Zentrum und der Bayerischen Volkspartei (BVP) orientierten Kurs sorgte vor allem der von 1903 bis 1925 amtierende Chefredakteur und Geschäftsführer Liborius Gerstenberger (1864-1925). Unter seiner Leitung stieg die Auflage bis 1919 auf 15.000 Exemplare. In ihren Grundsätzen wurde die Generallinie auch nach dem Tod Gerstenbergers 1925 weitergeführt. In Streitfragen zwischen dem Zentrum und seiner bayerischen Schwesterpartei tendierte das Blatt ab Mitte der 1920er Jahre aber zunehmend zur Bayerischen Volkspartei.

In der Folge galt das Fränkische Volksblatt in seiner politischen Ausrichtung als Sprachrohr der BVP in Unterfranken. Nachdem die Zeitung schon ab 1928 Gegenposition zum sich ausbreitenden völkischen Antisemitismus bezogen hatte [3], war sie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ab 1933 ständigen Schikanen ausgesetzt. [4] 1936 verlor das Volksblatt durch Unterstellung unter die Phoenix GmbH seine Selbstständigkeit und wurde schließlich am 1. April 1943 eingestellt.

Ab 1. April 1952 erschien die Zeitung wieder, nachdem Bischof Julius Döpfner die Pfarrer angehalten hatte, von der Kanzel für eine katholische Tageszeitung Werbung zu machen. Dazu sollten die Pfarrer die Gläubigen auffordern, „Anteile für das neue Blatt zu zeichnen“. [5]

Das Fränkische Volksblatt heute

1971 wurde das Blatt im Rahmen des „Würzburger Kooperationsmodells“ der „Volksblatt Verlagsgesellschaft“ angegliedert, die sich mehrheitlich in Händen der Eigentümer der Mitbewerberzeitung „Main-Post“ befand. Das in Würzburg-Stadt publizierte Volksblatt, welches von da an die „großen“ Inhalte von der Main-Post vorgegeben erhielt, „konnte nur noch im Würzburg-Teil und in einigen wenigen kleinen Teilressorts eine selbständige Linie halten“. [6] Seit 2004 erscheint das Volksblatt als Tageszeitung der Mediengruppe Main-Post.

Ehrungen und Auszeichnungen

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bruno Rottenbach: Mosaik aus 100 Jahren. Würzburg von 1868 bis 1968, in: 15 Jahrhunderte Würzburg. Eine Stadt und ihre Geschichte. hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 435-448, S. 435b
  2. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 13 und 35
  3. Leonhard Scherg: Die Jüdischen Gemeinden. In: Unterfränkische Geschichte. Hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 149-158 und 173-188; S. 158
  4. Franz Gerstner: Die Spinne im Netz europäischer Verkehrslinien, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 396-409, S. 408
  5. Ernst-Günter Krenig: Vom Intelligenzblatt zur modernen Tageszeitung, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 501-532, S. 526 (zitiert)
  6. Ernst-Günter Krenig, a.a.O., S. 527 (zitiert)
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