Felix Dahn
Felix Dahn (* 9. Februar 1834 in Hamburg; † 3. Januar 1912 in Breslau) war Professor für Rechtswissenschaften, er lehrte von 1863 bis 1872 an der Universität Würzburg. Bekanntheit erlangte er insbesondere als Verfasser historischer Romane, darunter "Ein Kampf um Rom" und "Die Könige der Germanen".
Dahn studierte in München und Berlin Rechtswissenschaft und Philosophie, promovierte anschließend zum Dr. jur. Nachdem ihm die Universität München keine feste Stelle anbot, forderte er in einem Schreiben an König Maximilian II., ihm auf Grund seiner ausgezeichneten Prüfungsergebnisse wenigstens eine Stelle an einer der anderen Landesuniversitäten zu verleihen. In Würzburg wurde ihm daraufhin 1863 eine außerordentliche, 1865 dann eine ordentliche Professur zugesprochen. Neben seiner Lehrtätigkeit publizierte er zahlreiche Schriften zum Handels- und Völkerrecht.
Die Angebote des gesellschaftlichen Lebens in Würzburg nutze er ausgiebig, verkehrte in den Etablissements der höheren Bürgerkreise und unterhielt regen Austausch mit Professoren mehrerer Fakultäten. In seinen Erinnerungen stimmt er ein Loblied auf das Würzburger Stadtbild, die Landschaft und den Frankenwein an. In seiner Würzburger Zeit verstärkte er auch seine dichterische Tätigkeit. Bereits ab 1860 veröffentlichte er Gedichte in der Zeitschrift „Gartenlaube“.
Seine anfängliche Ablehnung der Bismarck’schen Politik schlug mit dem Ausbruch des Deutsch-französischen Kriegs in ausufernde Begeisterung um. Unverzüglich ersuchte er beim bayerischen wie preußischen Militär um Annahme als Kombattant. Beide lehnten ihn ab, schließlich wurde er aber als Sanitäter zugelassen und nahm so an der Schlacht von Sedan teil. Mit großem Pathos und verherrlichend schrieb er daraufhin überschwängliche Abhandlungen über die Kriegshandlungen.
Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg wandte er sich von Würzburg ab und nahm eine Stelle an der Universität Königsberg an, wo er seine zweite Frau Therese von Droste-Hülshoff ehelichte. Hier setzte er auch die Arbeit an seinen historischen Romanen fort, die er teilweise bereits in München begonnen hatte. Die Romanhandlungen sind in den Zeiten der Spätantike und der Völkerwanderung angesiedelt und trafen auf ein begeistertes Publikum. In den Werken entwickelte Dahn auch eine aus dem Germanentum hergeleitete Rassenlehre, die heute von manchem als einer der frühen Wegbereiter nationalsozialistischer Rassenideologie gesehen wird. Insbesondere ist hier Dahns "Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker" zu nennen, die zwischen 1880 und 1889 erschien. Dahn – ein überzeugter Darwinist – schildert hier detailliert seine Sichtweise der Entwicklung einzelner Ethnien. Nachdem Dahn in Würzburg noch jede politische Betätigung abgelehnt hatte, engagierte er sich nun unter anderem im völkisch-militaristisch ausgerichteten Alldeutschen Verband. Bis 1895 verfasste er eine ca. dreitausend Seiten umfassende Autobiographie.
[Bearbeiten] Erinnerung
Überliefert ist u.a. Dahns Festhymne zum 300jährigen Jubiläum der Universität Würzburg 1882. In den Jahren nach Dahns Tod wurde die Würzburger Felix-Dahn-Straße nach ihm benannt. Beim westlichen Eingang der Straße, wo einst das Wohnhaus Dahns stand wurde ihm 1984 zum 150. Geburtstag eine Stele errichtet.
[Bearbeiten] Quellen
- Reinhard Günther: Felix Dahn in Würzburg. In: Würzburg-heute. Zeitschrift für Kultur und Wirtschaft. Nr. 37/ 1984.
- Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, 1921
- Wikipedia über Felix Dahn