Eisenheim

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ortsname
Ortstyp Markt
Verwaltungsgemeinschaft Verwaltungsgemeinschaft Estenfeld
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Postleitzahl 97247
Vorwahl 09386
KFZ-Kennzeichen
Höhe 200 m ü. NN
Fläche 11,56 km²
Einwohner 1.326
Homepage Homepage
Bürgermeister Andreas Hoßmann (UWG)
Wappen
Wappen Eisenheim.png
Zugang zur Obereisenheimer Kirche
Autofähre Obereisenheim-Stammheim
Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Untereisenheim
Hundertwasser-Weingut in Untereisenheim

Eisenheim ist ein Markt im Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Estenfeld. Das Marktrecht lag eigentlich nur beim Ort Obereisenheim, der deshalb auch - im Gegensatz zu Untereisenheim - einen Marktplatz besitzt. Bei der Zusammenlegung der beiden Ortschaften zu einer Gemeinde „Eisenheim“ wurde auch der Begriff „Markt“ auf beide Orte ausgedehnt.

Geografie[Bearbeiten]

Eisenheim liegt in der Region Würzburg und direkt am Main.

Die politische Gemeinde besteht aus folgenden Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Eisenheim im Jahr 772 im Urkundenbuch des Klosters Fulda. Im 13. Jahrhundert wurde die Gemeinde geteilt, denn 1291 wird erstmals Obereisenheim erwähnt. Die Grafschaft Castell hat einen großen Teil der Fuldaischen Güter an der Mainschleife erworben. So wird für 1225 ein Graf Rupert II. zu Castell im Besitz der Vogteirechte von Isanesheim genannt. [1]. Untereisenheim bleibt bis 1469 eine Filiale der Pfarrei Obereisenheim.

Wiederholt wurden Obereisenheim von den Grafen von Castell und Untereisenheim von den Fürstbischöfen von Würzburg, in deren Besitz letzteres endgültig 1335 durch Kauf von Herold und Götz aus dem Geschlecht der Füchse zu Schwanberg gekommen war, aus Geldnot veräußert und verpfändet. Immer wieder kauften die Casteller Grafen und der Fürstbischof das Dorf am Main bzw. die verpfändeten Rechte zurück. Aufgrund der Vogteirechte blieb für die Zukunft das Haus Castell für Obereisenheim maßgeblich, das Hochstift Würzburg für Untereisenheim.

Im Bauernkrieg beteiligten sich auch Eisenheimer aus beiden Orten an den Aufständen der Bauern an deren Emanzipationsbestrebungen. Vor den Toren Würzburgs standen sie im Fähnlein von Hauptmann Buthner aus Volkach. Die Grafen Johannes und Wolfgang I. zu Castell konnten Obereisenheim gerade noch vor dem großen Strafgericht des Würzburger Fürstbischofs bewahren. Aber 1553, als Graf Georg II. zu Castell sich auf Seiten des Markgrafen Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach in dessen Unternehmen gegen das Hochstift Würzburg verwickeln ließ und die Truppen des Fürstbischofs Rache an Castell’schen Orten nahmen, wurde das Dorf an einem Tag gleich zweimal geplündert.

Um 1600 waren die beiden Eisenheimer Orte hochfürstliche Kammerdörfer. Ausgiebige Zehntrechte standen zum Leidwesen der Grafen von Castell auch in Obereisenheim dem Fürstbischof von Würzburg zu. Seit langer Zeit gehörten beide Orte zum Zehntgericht des Hochstifts Würzburg.

Am 1. Januar 1972 wurden die beiden bis dato selbstständigen Gemeinden nebst ihren Ortsteilen im Rahmen der Gebietsreform im Freistaat Bayern zum Markt Eisenheim zusammengefaßt. Bis 1972 gehörte Eisenheim zum Alt-Landkreis Gerolzhofen, ehe es durch die Gebietsreform in Bayern zum Landkreis Würzburg kam.

Namensgeber[Bearbeiten]

Nach neueren Bewertungen geht man davon aus, dass „Isinleiba“ bzw. „Isleiba“, wie es im Urkundenbuch des Klosters Fulda erwähnt ist, das frühere Eisenheim meint. Der erwähnte Name Isanesheim bedeutet wohl: eine ständige Niederlassung (-„heim“) eines fränkischen Siedlers namens Isan. Vermutlich ist die Siedlung aber älter als ihre erstmalige Nennung in einer schriftlichen Quelle.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Geviert von Rot und Silber mit aufgelegtem schräglinkem schwarzen Abtstab; in 1 ein silbernes Hufeisen, darin ein silberner Stern mit Schweif, in 4 ein gestürztes silbernes Hufeisen.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Die Vierung von Rot und Silber ist das Wappen der Grafschaft Castell, zu deren Herrschaftsbereich das Gemeindegebiet gehörte. Zudem übten die Grafen in Obereisenheim die Vogtei aus. Die Hufeisen stehen redend für die nicht mehr verstandenen Ortsnamen Eisenheim, Obereisenheim und Untereisenheim, die sich von dem Personennamen Isan ableiten. Der Abtstab ist dem Wappen des Klosters Ebrach entnommen, das vor allem in Kaltenhausen und Untereisenheim umfangreichen Grundbesitz hatte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weinbau, Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es bestanden im Jahr 1999 110 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 489 ha, davon waren 250 ha Ackerfläche und 10 ha Dauergrünfläche. Weinlagen der Gemeinde sind: Obereisenheimer Höll und Untereisenheimer Sonnenberg.

Bildung[Bearbeiten]

2 Kindergärten mit gesamt 50 Kindergartenplätzen mit 51 Kindern

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Kreisstraßen WÜ 4 und WÜ 57 auf der rechten Mainseite, WÜ 62 auf der linken Flussseite.

Mainfähren[Bearbeiten]

Eisenheim liegt am Main. Eine Besonderheit sind die beiden Fahrzeugfähren, die Mainfähre Obereisenheim, den Ortsteile Obereisenheim mit Stammheim und die Mainfähre Kaltenhausen-Fahr, die Kaltenhausen mit Fahr im Landkreis Kitzingen verbinden. Die beiden Fähren sind die einzigen noch aktiven PKW-Motorfähren im Landkreis Würzburg.

Mainschleifenbahn[Bearbeiten]

Haltepunkt Untereisenheim an der Mainschleifenbahn (Entfernung ca. 4 km)

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Obereisenheim/Mainfähre


Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.eisenheim.de/geschichte

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Eisenheim aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.