Benediktinerinnenkloster St. Afra

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Erinnerungsinschrift an der Fassade des Kilianeums an das Afra-Kloster

Das Benediktinerinnenkloster St. Afra entstand als Abspaltung des Doppelklosters St. Stephan im 12. Jahrhundert.

Namensgeber[Bearbeiten]

Das Kloster wurde der Heiligen Afra von Augsburg (* auf Zypern (?) oder in Afrika (?), † um 304 auf dem Lechfeld) geweiht. Diese endete als Märtyrerin auf Geheiß des römischen Kaisers Diokletian. Patronatstag ist der 7. August.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Existenz des Frauenkonvents in St. Stephan [1] sowie des Klosters St. Afra ist schon vor 1151 nachweisbar. [2] Die Trennung vom Männerkloster und Umsiedlung der Nonnen aus St. Stephan nach St. Afra erfolgte Mitte des 12. Jahrhunderts. Es wird angenommen, dass die Umsiedlung der Nonnen in der Regierungszeit von Abt Raphold von St. Stephan (1144-1166) erfolgte. [3] Die Patres aus St. Stephan übernahmen jedoch weiterhin den kirchlichen Dienst bei den Ordensfrauen. Die Nonnen siedelten nun außerhalb der Hauger Vorstadt zwischen der heutigen Schweinfurter Straße und Beethovenstraße (der ehemaligen Friedhofstraße).

Da die alten Wehranlagen der Stadt den Erfordernissen der Zeit mit ihrer gesteigerten Kriegskunst nicht mehr gewachsen waren, zeigte am 23. Februar 1656 Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn in einem Schreiben an die Stadträte seinen Beschluss zum Ausbau und Erweiterung der Stadtbefestigung an. Die Abbrucharbeiten des alten St.-Afra-Klosters wurden 1670/71 begonnen.

Neubau und Umzug ins Kilianeum[Bearbeiten]

Fürstbischof Johann Philipp sorgte dafür, dass die Benediktinerinnen einen neuen und sicheren Platz innerhalb des neuen Befestigungsringes erhielten. Der seit einiger Zeit aufgelassene Friedhof zwischen Stephanstor und Konradsturm mit dem Vorgängerbau der Seminarkirche St. Michael schien der rechte Platz zu sein. Die Grundsteinlegung fand am 10. Mai 1670 statt. Die Renaissancegebäude grenzten an die Kirche und einen großen Klostergarten, der von einem Kreuzgang umschlossen war. Bekannt waren die Benediktinerinnen für ihre hochwertigen Paramentenarbeiten.

Ende des Klosterlebens[Bearbeiten]

Am 24. April 1803 wurde die Abtei von der bayerischen Regierung aufgelöst und zum Staatseigentum erklärt. Am 12. Juli 1803 kam die Anordnung, das Kloster innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Die Benediktinerinnen siedelten zum Teil in andere Benediktinerinnenklöster um oder wurden in das St.-Anna-Damenstift zu Würzburg aufgenommen. Am 8. Januar 1805 wurde das säkularisierte Kloster unter den Hammer gebracht. Das Inventar war schon im Sommer 1803 verkauft worden. Die Kunde von der Auflösung des Klosters sprach sich schnell herum und alarmierte besonders jene Gemeinden, die gerade eine neue Kirche bauten. Sie hofften, einige angebotene Stücke für ihre Kirchen zu gewinnen.

Äbtissinnen (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur/Quellen[Bearbeiten]

  • Das Sankt Afrakloster in Würzburg. In: Georg Link: Klosterbuch der Diöcese Würzburg., Würzburg, 1876. (franconica)
  • H. Bauer: St. Afra, das Benediktinerinnenkloster, in: 100 Jahre Kilianeum, 1871-1971, Festschrift zur 100-Jahr-Feier des Kilianeums Würzburg, Würzburg 1971, S. 148-163; hier: S. 154-156
  • Geschichte der Stadt Würzburg. Band I. Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. Hrsg: Ulrich Wagner. Verlag Theiss, Stuttgart 2001. ISBN 3-8062-1465-4, S. 273 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Hinweise und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Belegt ist, dass das 1057 erstmals erwähnte Benediktinerkloster St. Stephan ursprünglich eine Art Doppelkloster gewesen sein muss, da im Kalendar des Klosters für das ausgehende 11. Jahrhundert und später Schwesternnamen genannt werden. (Quelle: Geschichte der Stadt Würzburg. Band I. Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. Hrsg: Ulrich Wagner. Verlag Theiss, Stuttgart 2001. ISBN 3-8062-1465-4, S. 274)
  2. Zur Gründung des Klosters St. Afra siehe auch die Miniatur der Fries-Chronik „Das Spital beim Kloster St. Stephan wird abgebrochen und das Kloster St. Afra errichtet.“ [1]
  3. Monika Ofer: St. Stephan in Würzburg. Untersuchungen zu Herrschaft-, Wirtschafts- und Verwaltungsformen eines Benediktinerklosters in Unterfranken 1057-1500. Dissertation zur mittelalterlichen Geschichte 6, Köln/Wien 1990, S. 5, 37