Alois Alzheimer

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Alois Alzheimer (* 14. Juni 1864 in Marktbreit; † 19. Dezember 1915 in Breslau) war um die vorige Jahrhundertwende ein relativ unbekannter Arzt. Heute gehört Alzheimer zu den berühmten Studenten der Universität. Alois Alzheimer kam aus Marktbreit und besuchte das Kronberg-Gymnasium in Aschaffenburg. Sein Medizinstudium an der Universität Würzburg beendete er 1888 mit der Note „sehr gut“. Ab 1884 wurde er bei der Studentenverbindung Corps Franconia Würzburg aktiv. Seine Dissertation befasste sich mit der Funktion der Ohrenschmalzdrüsen.
Danach arbeitete er als Assistenzarzt an der von dem Psychiater Heinrich Hoffmann gegründeten „Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt am Main. Dort war er an der Einführung einer neue Behandlungsmethode für Geisteskranke beteiligt, die auf die Vermeidung von Zwangsjacken, Zwangsfütterungen und anderen Zwangsmitteln abzielte. 1894 bat ihn Wilhelm Erb, einen Patienten in Argentinien zu untersuchen, der an der später nach Alzheimer benannten Gehirnerkrankung litt und starb.

Am 25. November 1901 begegnete Alzheimer in Frankfurt der Patientin Auguste Deter. Alzheimer stellte fest, dass die Patientin keine Orientierung über Zeit oder Aufenthaltsort hatte, sich kaum an Einzelheiten aus ihrem Leben erinnern konnte und oft Antworten gab, die in keinerlei Bezug zur Frage standen und auch sonst ohne Zusammenhang blieben. Ihr Zustand hatte sich innhalb eines Jahres massiv verschlechtert. Auguste Deter interessierte ihn besonders, denn zum Zeitpunkt ihrer Einlieferung war sie erst 51 Jahre alt. Die nächsten Wochen waren geprägt von weiteren geduldigen Befragungen, die die schwere geistige Verwirrung offenkundig machten und die von Auguste wiederholt mit einem jammernden „ach Gott“ begleitet wurden. In einem Interview äußerte sie mehrfach: „Ich habe mich sozusagen selbst verloren“ – sie war sich ihrer Hilflosigkeit offensichtlich bewusst. Alzheimer gab dem Krankheitsbild einen Namen: „Die Krankheit des Vergessens“. Später -nach dem Tod der Patientin- konnte er erstmals in der Medizingeschichte auffällige Veränderungen an ihrem Gehirn (Plaques) der Krankheit zuschreiben.

1902 wechselte er an die Psychiatrische Universitätsklinik in Heidelberg zu Professor Emil Kraepelin. Mit ihm ging er nach dessen Berufung 1904 nach München. Von Kraepelin stammt auch die Verbindung der Krankheit mit dem Namen Alzheimers. Korrekt lautet die Bezeichung heute "Demenz vom Alzheimer-Typ" (DVAT).

An der schlesischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Breslau, heute Wroclaw/Pl., wurde er 1912 Professor.

[Bearbeiten] Literatur

  • Alois Alzheimer: "Über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde" Allg. Zschr. Psychiat., 64., (pp.146-148), Georg Reimer, Berlin 1907 (Originalpublikation)
  • Konrad Maurer, Ulrike Maurer: Alzheimer - Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit. Piper Verlag, München, 1998.
  • Michael Jürgs: Alzheimer. List, 1999

[Bearbeiten] Weblinks